Ornithologen, die in den Mond gucken

Ornithologen, die in den Mond gucken
(Bubo bubo)


Moonwatching, ein Forschungsgebiet für Nachteulen
Lutz Lücker, Genf


"Papi, komm mal her, da sind lauter Vögel, die vor dem Mond vorbeifliegen!" So rief mich am 5. November 1998 mein Sohn, der sich mal wieder den Vollmond durch mein 20-60x Teleskop angesehen hatte. In der Tat spielte sich da ein seltenes Schauspiel ab. Mit konstanter Regelmäßigkeit flogen etwa alle 10 Sekunden meist einzelne, kleinere Vögel, vorwiegend Drosseln, an der Mondscheibe vorbei. Der Fluss von Durchzüglern, die das Rhônetal bei Genf durchflogen, war praktisch ununterbrochen! Nach ein paar Minuten Staunen beschloss ich, das Phänomen für die Nachwelt zu erhalten und auf den Film zu bannen. Rasch wurde meine Canon EX1 Hi8-Videokamera aufgebaut und an den Fernsehbildschirm angeschlossen. Mit einem 80-300 mm-Objektiv und Konverter kann ich so eine über 60fache Vergrößerung erzielen; der Mond passt dann nicht mehr ganz auf die Bildfläche, und trotz der mäßigen Auflösung von weniger als 500.000 Pixel kann man die meisten im Teleskop sichtbaren Vögel auf einem 70 cm-Bildschirm erkennen.

Nach einer Stunde hatte ich über 200 Vogelsilhouetten gezählt und brach mit schmerzenden Augen die Beobachtungen ab. Ein kurzer Anruf an Oliver Biber von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach brachte sofort Klarheit: es musste sich um eine Rekordnacht handeln. Die Videokassette wurde daher sofort ins Institut eingeschickt.

Seit Mitte der 80er Jahre beobachten schweizerische Wissenschaftler systematisch vor allem den herbstlichen Vogelzug mittels Radarerfassung, sowie seit 1994 auch durch Zählungen der vor der Vollmondscheibe vorbeifliegenden Vögel. Ihre Studien haben erwartungsgemäß gezeigt, dass deren Zug durch die lokale Topographie, Wind und Wetter stark beeinflusst wird. Aus technischen Gründen wurde allerdings nur sehr selten versucht, diese Beobachtungen filmisch zu konservieren. Als man daran ging, meine mit anderen Daten zu vergleichen, kam man zu dem Schluss, dass die besagte Novembernacht in Genf die bislang stärkste je in der Schweiz und Nachbarländern verzeichnete Nachtzugintensität aufwies.

Notiert man das Datum und die genauen Filmzeiten, so kann mittels astronomischer Parameter die genaue Flugrichtung der Vögel ermittelt werden. Größe, Flughöhe und Entfernung der Tiere kann man natürlich nur annähernd ermitteln. Silhouetten und Flügelschlagfrequenz lassen es oft zu, den einen oder anderen Vogel einer bestimmten Gattung zuzuordnen. Hat man die Gelegenheit, bei offenem Fenster oder im Freien zu filmen, kann man auch oft durch Stimmenanalyse einzelne Arten bestimmen.

Da die meisten Vögeln in nur 200 – 500 m Höhe über Grund fliegen, ist es leicht zu verstehen, dass man mehr Vögel sieht, wenn der Mond noch in Horizontnähe steht, jedoch immer weniger, wenn er sich dem Zenith nähert. Je nach zeitlichem Abstand vom Mondaufgang hat eine bestimmte Menge, die z.B. pro Minute erfasst wird, einen mehr oder weniger großen Koeffizienten, wenn man extrapolieren und die tatsächliche Masse aller vorbeigezogenen Vögel in einem gegebenen Raum (z.B. einer Flussebene) schätzen will. Die Rohdaten müssen daher mit einer komplexen mathematischen Formel und einer Distanz-Eichtabelle berechnet werden, die schließlich einen Wert ergibt, den man Migration traffic rate (MTR) nennt. In unserem Falle, bei 232 innerhalb von einer Stunde gezählten Tieren, ergab das Kalkül der Vogelwarte eine MTR von etwa 18800 Vögeln, die pro Stunde auf 1 km Zugfront vorbeigekommen waren, der höchste bis dahin in Europa je erfasste MTR-Wert für Nachtzügler!

Es hatte vorher schon einige gute Zugnächte gegeben. So hatte man schon am 20.Oktober 1994 am Zugersee durch Sichtbeobachtungen eine MTR von über 7000 festgestellt. In Nottwil/Luzern wurde am gleichen Tag wie in Genf eine MTR von 9600 – 12.000 Vögeln errechnet. Dieser Wert basiert allerdings nur auf einer Zahl von 31 Vögeln bei einer Beobachtungszeit von 13 Minuten, so dass der Zufall dort eine zu große Rolle gespielt haben mag. Sieht man z.B. einen Trupp von 12 Vögeln innerhalb von 3 Minuten, heißt das noch nicht, dass die MTR an die 18.000 geht. Damit die Daten eine gewisse statistische Aussagekraft zu haben, muss schon mindestens 40-60 Minuten lang beobachtet werden.

Für einen Novembertag war eine derartige Konzentration extrem ungewöhnlich; man hätte eigentlich erwarten sollen, dass der Hauptzug bereits abgeflaut war. Betrachtete man jedoch die Wettersituation der vorhergehenden Tage, konnte man leicht sehen, dass eine Masse von spät ziehenden Arten (Sing- und Rotdrosseln) tagelang durch Niederschläge und Gegenwind in Mitteleuropa blockiert gewesen waren. Eine plötzliche Wetterbesserung (Hochdruckkeil mit schwachen Nordostwinden) hatte dann zu einer Entladung dieses Zugstaus geführt. Am nächsten Abend waren dann auch trotz der beständigen Schönwetterlage kaum noch Vögel zu sehen.

Rhônetal und Genferseebecken sind schon seit längerem dafür bekannt, dass im Herbst viele Tagzügler vor allem in der Nähe der Rhôneschlucht zwischen den letzten hohen Juragipfeln (1600m) und einem Nachbarberg von ca. 1000 m Höhe durchziehen. Seit 1993 wird etwa der Greifvogelzug von Juli bis zum Spätherbst praktisch täglich verfolgt mit Saisonsummen von 20.-25.000 Greifen, manchmal über 1000 pro Tag. Über die Bedeutung des Tales für den Nachtzug wusste man bislang jedoch fast nichts. Ich machte mir also zur Gewohntheit, den Herbstzug regelmäßig durch diese Methode zu dokumentieren. (Der Frühjahrszug erwies sich nach einigen Stichproben als äußerst schwach.) Bald gab es wieder neue bemerkenswerte Zahlen: am 27.September 1999 eine MTR von ca. 9000, am 21.Oktober waren es über 6.000, und am 26. sogar über 12.000 ! Ein Blick auf die Wetterdaten genügte um zu sehen, dass diese Zugtage diesmal nicht durch lange Schlechtwetterperioden erklärt werden konnten. Das Genfer Becken scheint also auch eine traditionelle Nachtzugstrecke zu sein. Am 5.November 2000 verzeichnete ich 156 Vögel in 75 Minuten, was wieder eine sehr große MTR bedeutete, konnte aber nichts aufnehmen, weil der Mond an dem Abend zu lange von einem hohen Gebäude in der Nachbarschaft versteckt war, ich jedoch gezwungen bin, immer aus dem gleichen Fenster zu filmen. Und dann kam der 4.Oktober 2001. Jede Menge kleiner und kleinster Vögel, vor allem Schwalben (!), flitzten durch den Sucher der Kamera.
416 innerhalb von 75 Minuten ! Was eine Dichte von 20.645 Tieren pro Stunde und km Zugfront ergibt. Nimmt man wie die Forscher in Sempach an, dass eine solche Zugintensität wenigstens 5 Stunden lang in dem 15 km breiten Korridor zwischen den Bergketten im NW und SE von Genf anhalten kann, kommt man zu dem Schluss, dass 1 bis 1,5 Million Vögel in einer solchen Nacht hier durchziehen !

Die ermittelte mittlere Zugrichtung der meisten Vögel (86%, siehe Grafik,) liegt bei 212 Grad, also WSW bis SW.



Schwalben ? Wieso denn Schwalben ? Gute Frage! Hatte man bislang doch geglaubt, dass die meisten Schwalben Tagzügler sind. In der Tat sorgt Moonwatching auch bei der Artbestimmung immer wieder für Überraschungen. Klar, hin und wieder sieht man auch eine Eule oder ein paar Fledermäuse! (Ich bin sogar sicher, dass einmal ein in etwa 10 km Entfernung brütender Uhu dabei war, ...) Viele der stummen Winzlinge, die obendrein auch noch oft sehr hoch fliegen, müssen wohl Rotkehlchen, Grasmückenartige oder auch Goldhähnchen sein. Gehören die meisten durch Rufe oder Sichtbeobachtung identifizierten Arten (Amseln, Sing- und Rotdrosseln, Feldlerchen, Enten, Schnepfen, andere Limikolen und Graureiher...) zu den traditionellen Nachtziehern, so sieht man doch immer wieder interessante Ausnahmeerscheinungen. Zum Beispiel Krähenvögel, Möwen, Taggreife (Sperber???) Tauben und viele andere UFOs ! Ein am 20. März 2000 gesehener Segler muss wohl ein Alpensegler gewesen sein. Eine Menge der besagten Schwalben flatterten übrigens wild im Zickzack umher, als ob es ihnen gelänge, im Mondschein Insekten zu erhaschen! Rätsel über Rätsel!

Ich nehme an, dass auf diesem Gebiet noch viel zu lernen ist. Das kann aber nur dann geschehen, wenn sich immer mehr Ornithologen für dieses Phänomen interessieren. Die nächste Zugzeit fängt bald an! Nichts wie ran an die Kanonen und volles Rohr!
Merke: wer in den Mond guckt, geht nicht immer leer aus!


Verfasseranschrift:
CH – 1213 Petit-Lancy/Genève
5, chemin du Fort-de-l'Ecluse (so heißt die Rhôneschlucht westlich von Genf!)





Danksagung: Vor allem möchte ich an dieser Stelle Frau Barbara Trösch von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach danken, die in mühsamer Kleinarbeit meine Videoaufnahmen ausgewertet und die nötigen Berechnungen angestellt hat.

Bibliographie:

CHARVOZ, P., J.-P. MATERAC & M.MAIRE (1996) : La migration postnuptiale visible en 1993 au défilé de Fort l'Ecluse (Haute-Savoie & Ain) près de Genève.
I. Rapaces diurnes, Cigognes, Pigeons et Corvidés. Nos Oiseaux 43: 261-288

LIECHTI, F., D. PETER, R. LARDELLI & B.BRUDERER (1996) : Herbstlicher Vogelzug im Alpenraum nach Mondbeobachtungen - Topographie und Wind beeinflussen den Zugverlauf. Ornithol. Beob. 93: 131-152

LÜCKER L.(2001): Migration nocturne des passereaux dans le canton de Genève: des chiffres record pour les mois de novembre 1998 et octobre 1999. Nos Oiseaux 48: 39-40

PETER, D., B.TROESCH & L.LÜCKER (1999): Intensiver Vogelzug im Spätherbst als Folge einer Stauentladung. Ornith. Beob. 96: 285-292





Weiterführende Werke:

Baumgartner, M. & B. Bruderer (1985): Radarbeobachtungen über die Richtungen des nächtlichen Vogelzuges am nördlichen Alpenrand. Ornithol. Beob. 82: 207-230.
Baumgartner, M. (1997): Wetterabhängigkeit des nächtlichen Vogelzuges im Herbst über Süddeutschland. Ph.D. Dissertation. Universität Basel.
Bloch. R., B. Bruderer & P. Steiner (1981): Flugverhalten nächtlich ziehender Vögel - Radardaten über den Zug verschiedener Vogeltypen auf einem Alpenpass. Vogelwarte 31: 119-149.
Bolshakov, K. V. (1985): Moon-watch method for quantitative studying of nocturnal bird passage (collection, calculation and analysis of data. In: V. R. Dolnik: „Spring nocturnal bird passage across arid and mountainous regions of middle Asia and Kasakhstan„. Proc. Zool. Inst. Leningrad; USSR Academy of Sciences. (Russisch mit englischer Zusammenfassung).
Bruderer, B. (1975): Zeitliche und räumliche Unterschiede in der Richtungsstreuung des Vogelzuges im Schweizerischen Mittelland. Ornithol. Beob. 72: 169-179.
Bruderer, B. & F. Liechti (1990): Richtungsverhalten nachtziehender Vögel in Süddeutschland und der Schweiz unter besonderer Berücksichtigung des Windeinflusses. Ornithol. Beob. 87: 271-293.
Bruderer, B. (1996): Vogelzugforschung im Bereich der Alpen 1980-1995. Ornithol. Beob. 93: 119-130.
Dolnik, V. R. (1990): Bird migration across arid an mountainous regions of Middle Asia and Kasakhstan. In: E. Gwinner (Hrsg.): Bird migration. Berlin, S. 352-386.
Hilgerloh, G. (1981): Die Wetterabhängigkeit von Zugintensität, Zughöhe und Richtungsstreuung bei tagziehenden Vögeln im Schweizerischen Mittelland. Ornithol. Beob. 78: 245-263.
Liechti, F. & B. Bruderer (1986): Einfluss der lokalen Topographie auf nächtlich ziehende Vögel nach Radarstudien am Alpenrand. Ornithol. Beob. 83: 35-66.
Liechti, F., D. Peter, R. Lardelli & B. Bruderer, (1996): Herbstlicher Vogelzug im Alpenraum nach Mondbeobachtungen - Topographie und Wind beeinflussen den Zugverlauf. Ornithol. Beob. 93: 131-152.
Liechti, F., D. Peter, R. Lardelli & B. Bruderer, (1996): Die Alpen. Ein Hindernis im nächtlichen Breitfrontzug - eine grossräumige Übersicht nach Mondbeobachtungen. J. Ornithol. 337: -356.
Liechti, F., B. Bruderer, R. Lardelli & D. Peter (1995): The Alps, a weather dependent obstacle for nocturnal autumn migration? Avocetta 19: 68.
Liechti, F., B. Bruderer & H. Paproth (1995): Quantification of nocturnal bird migration by moonwatching: Comparison with radar and infrared observations. J. Field Ornithol. 66(4): 457-468.
Lowery G. J. (1951): A quantitative study of the nocturnal migration of birds. Univ. Kansas Publ., Mus. Nat. Hist. 3: 361-472.
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# Posté le jeudi 16 février 2006 10:14

Modifié le mardi 10 juillet 2007 12:42

Der Phönix ist wieder da ! (Reintroduction of Bearded Vultures in the Alps)

Der Phönix ist wieder da  ! (Reintroduction of Bearded Vultures in the Alps)
Erste Freilandbruten wildlebender Bartgeier (Gypaetus barbatus) in den Alpen seit Anfang des Jahrhunderts

Summary: First successful breeding of Bearded Vultures (Gypaetus barbatus) released in the Alps.
After unsuccessful attempts to reintroduce wildcaught birds in the seventies, 80 juveniles were released in the Alps from 1986 to 1998. In spring 1993, two Bearded Vultures formed a pair in Haute-Savoie/France. They built a nest at the end of the winter and tried to breed there 3 years later. Unfortunately they gave up the clutch after 3 weeks for unknown reasons. In 1997 they managed to rear the first wildborn chick in the Alps since the beginning of the century. It fledged in early August at the age of 117 days. In 1998 the same pair rear another chick while in northern Italy a third bird hatches. In early 1999 four pairs start breeding: 2 in France and 2 in Italy. The author observed the two birds for about 630 hours over six years and gives further information concerning behavioural phenomena as well as environmental problems for these birds.


Einleitung

Ausrottung und Wiederansiedlung

Die letzen Bartgeier der Alpen hatten um 1910 im Westteil des Massivs gebrütet (Mingozzi & Estève 1997) ; die letzten Beobachtungen und Abschüsse stammten aus den Jahren 1920, 1924 und 1930. In den meisten Gebieten war diese Art jedoch bereits zu Ende des 19. Jahrhunderts völlig ausgerottet (FCBV 1997, Pachlatko &Stalder 1991). Bartgeier sind im Gegensatz zu Steinadlern recht vertraute und neugierige Vögel, und es passierte oft, daß ein solches Tier in unglaublich geringer Distanz an einem Bergsteiger, Jäger oder Bergbauern vorbeistrich, was natürlich dahingehend mißdeutet wurde, daß die "Bestie" versucht hatte, den Betreffenden zu erschrecken und so in den Abgrund zu stürzen. Wurde ein Bartgeier beim Verzehr eines abgestürzten Lammes erwischt, schloß man natürlich auf seine Mittäterschaft, weswegen die Art lange Zeit "Lämmergeier" genannt wurde. Und wenn der Vogel mit seinen 2,70 m Spannweite im Tiefflug über ein im Gras liegendes Kleinkind hinwegschwebte, waren seine mörderischen Absichten nicht von der Hand zu weisen. Heute weiß man, daß ein Bartgeier nicht in der Lage wäre, eine Last von 3 kg wegzutragen und überhaupt ein harmloser Aasfresser ist. Vor 100 Jahren jedoch griff man zur Flinte, wenn das ausgelegte Gift bislang wirkungslos geblieben war.

Inzwischen ist diese Art überall recht selten geworden. Man schätzt, daß heute noch etwa 90 besetzte Territorien in den Pyrenäen existieren (Heredia 1997), 8 in Korsika (Fasce 1997) , sowie 10-12 auf Kreta (Xirouchakis & Giannatos 1997). Auf Sardinien, im Atlas und dem Balkan scheint die Art so gut wie ausgestorben, und auch die türkischen und russischen Bestände scheinen lange stark überschätzt worden zu sein. In Andalusien, wo der Bartgeier seit 1982 ausgestorben ist, wird gerade ein Wiedereinbürgerungsprogramm aufgebaut.(Llopis & Simon 1997).

Bereits 1910 und 1922 regten noch vor O. Heinroth die schweizer Ornithologen A. Richard und C. Stemmler zur Wiedereinbürgerung von Bartgeiern an. Aber die Mentalität der damaligen Zeit verhinderte diese Projekte bis zum Anfang der 70er Jahre, als der Genfer Paul Géroudet mit Unterstützung aus Frankreich und Italien auf die Idee kam, Wildfänge aus Kabul/Afghanistan kommen zu lassen und in Hoch-Savoyen freizulassen. Diese ersten Versuche scheiterten jedoch aus vielen Gründen. (Géroudet 1978, Arlettaz 1996) Von 8 in den Jahren 1974/75 importierten Vögeln starben 3 in Gefangenschaft an Aspergillose, einer Infektion, die man damals noch nicht systematisch zu heilen wußte, 2 entflogen, und 2 kamen um, als eine Voliere bedingt durch heftige Schneefälle zusammenbrach. Ein Vogel wurde freigelassen, aber wenige Tage später 300 km weiter westlich der Alpen abgeschossen. Bis 1980 sah man hin und wieder noch einen der entkommenen Geier, dann verschwanden diese auch. Inzwischen hatte der Zoo von Kabul weitere Lieferungen eingestellt, und man verzichtete darauf, die 2 verbleibenden Tiere freizulassen.

Angespornt durch die ersten spektakulären Zuchterfolge in Wien und Innsbruck beschloß man 1978 eine neue Strategie. Während der folgenden 8 Jahre beschränkte man sich zunächst darauf, im Rahmen eines internationalen Zuchtprogramms, das heute 29 Zoos und Zuchtstationen in 13 Ländern umfaßt, möglichst viele Jungvögel hochzuziehen. Die bedeutendste dieser Zuchtstationen ist die Vienna Breeding Unit der FCBV (Foundation for the Conservation of the Bearded Vulture) mit 10 Brutpaaren.

Seit 1986 werden nun pro Jahr im Schnitt 6 Tiere im Alter von 85 - 100 Tagen in wettergeschützten Grotten an 4 gleichmäßig über den Alpenkamm verteilten Orten freigelassen. Es handelt sich dabei um das Krumltal im österreichischen Rauris (Nationalpark Hohe Tauern/Kärnten), das Aravis-Bargy-Massiv in Hoch-Savoyen, den schweizerischen Nationalpark in Graubünden, sowie den franko-italienischen Nationalpark Mercantour-Argentera in den Seealpen, in die sich anscheinend sehr selten schon mal ein Vogel aus der Wildpopulation von Korsika verfliegt.

Die Jungvögel werden immer paarweise ausgesetzt, was den Mangel an sozialen Kontakten der elternlosen Jungtiere kompensieren soll. Sie werden einige Wochen lang gefüttert, fliegen im Alter von etwa 120 Tagen aus und verlassen normalerweise schon recht früh im August/September das Gebiet, um sich auf ihre Jugendwanderungen zu begeben, die meist nur 1-3 Jahre dauern, bevor sich der Geier in einem unbesetzten alpinen Territorium niederläßt. Manchmal wird dabei ein mit Philopatrie bezeichnetes Phänomen beobachtet. Einige der Vögel kommen nämlich an ihren "Geburtsort" zurück und beziehen in der unmittelbaren Umgebung ihr Quartier.

Andere jedoch verlieren völlig die Orientierung und ziehen in einer beliebigen Richtung weit weg ins westeuropäische Flachland. Einen Junggeier aus Kärnten hat man an der französischen Atlantikküste aufgegriffen und in die Alpen zurücktransportieren müssen. Gar 3 französische Geier flogen bis nach Holland: zwei im Jahre 1997, einer im darauffolgenden Jahr. Ein Vogel konnte eingefangen werden (Louwman 1997), der zweite flog weiter bis Schleswig-Holstein, wo seine Spur sich verlor. Der dritte flog 1998 bis auf die Insel Texel, war aber 2 Wochen später wieder zurück in den Alpen !

Die Bilanz des Wiedereinbürgerungsprogramms ist ermutigend. In den 29 Zuchtstationen saßen im Dezember 1997 insgesamt 92 für die Zucht bestimmte Tiere. Im Jahre 1997 legten 21 Brutpaare in Gefangenschaft 37 Eier. Der Zuchterfolg ist jedoch oft sehr niedrig: es schlüpften in diesem Jahr nur 11 Jungvögel, von denen 8 überlebten, und 4 freigelassen wurden. (Frey 1997) Von 1986 - 1998 wurden insgesamt 80 Jungvögel in den Alpen freigelassen, die genetisch von immerhin 18 verschiedenen Paaren abstammen, was das gefürchtete Inzuchtproblem im Hintergrund lassen dürfte. 3 dieser Geier mußten wieder eingefangen werden (Verletzung oder Probleme durch Prägung auf Menschen), mindestens 3-4 wurden abgeschossen (Wallis/Schweiz, Savoyen/Frankreich, sowie an der österreichisch-italienischen Grenze), 2 kamen durch Lawinen um, 2 durch Kollision mit Starkstromleitungen. Ein Jungvogel wurde noch vor dem Flüggewerden nachts von einem Fuchs getötet, ein anderer soll von einem Steinadler tödlich verletzt worden sein. Eine Reihe anderer Vögel verschwanden aus unbekannten Gründen. Es wird geschätzt, daß von den 80 ausgesetzten höchstens 50-60 Vögel bislang überlebt haben.

Da die freigelassenen Vögel durch gebleichte Schwung- und Schwanzfedern etwa 2 Jahre lang individuell erkennbar sind, besitzt man recht gute Kenntnisse über den Verlauf ihrer Jugendwanderungen sowie ihren Verbleib. Werden diese Federn aber vermausert, wird es bald unmöglich, die einzelnen Tiere zu identifizieren, es sei denn, es handelt sich um ortstreue Vögel, die jede Woche beobachtet werden können und durch ihr Mauserschema und Gewohnheitshandlungen (z.B. Übernachtungsplätze) von regelmäßigen Beobachtern im Auge behalten werden. Jeder Geier trägt zwar farbig eloxierte Metallringe, die aber in der Regel durch die starke Befiederung der Beine unsichtbar bleiben.


Das Bartgeierpaar in Hoch-Savoyen

Die ersten Jahre des Weibchens.

Dieser Vogel wurde im Juli 1989 mit 4 anderen Jungvögeln im Bargy-Massiv ausgesetzt, genau 200 Jahre nach der französischen Revolution, weshalb man ihn "Assignat" taufte. (Von seinen Gefährten gehören die Vögel "Robespierre" und "Danton" bezeichnenderweise zu den inzwischen umgekommenen Tieren.) Schon in den ersten Wochen in der Freiheit machte Assignat durch ausgesprochen aggressives und territoriales Verhalten auf sich aufmerksam. Nach einer kurzen Eskapade in die westschweizer Alpen kam sie schon 1990 ins Bargy-Massiv zurück. Assignat entfernte sich nur selten aus ihrem auf ca. 500 qkm geschätztes Territorium. Noch heute ist sie leicht daran zu erkennen, daß eine ihrer mittleren Schwanzfedern fehlt oder zu kurz ist, was ihr ein doppelschwänziges Aussehen verleiht. Durch diese Umstände ist Assignat wohl der am besten untersuchte Bartgeier der Alpen.

Sie wohnte den Freilassungen mehrerer Artgenossen bei, vergesellschaftete sich regelmäßig mit den Neulingen und trug maßgeblich dazu bei, daß diese rasch selbständig und ortskundig wurden. Im Spätsommer nahm ihre Aggressivität zu, so daß die Juvenilen meist schon recht früh das Gebiet verließen (Coton& Estève 1992). Ihr Verhalten gegenüber anderen Jungvögeln variiert stark von Jahr zu Jahr. Trotz ihrer gelegentlichen Aggressionen hat sie ihren Artgenossen immer wieder erlaubt, sie auf ihren Nahrungsflügen zu begleiten und so zu deren Lernprozess und Emanzipation beigetragen (Coton 1993-94).

Im Juli 1994 beobachtete ich z.B., wie der Junggeier "Republic 6" Assignat 45 Minuten lang auf einem Felsabsatz um Nahrung anbettelte, während diese sich ihm gegenüber total gleichgültig verhielt. Seitdem Assignat jedoch eigene Junge hochzieht, hat sich ihr Verhältnis anderen Junggeiern gegenüber zugespitzt, weswegen die APEGE (Agentur für Umweltschutz und Umweltmanagement) in Hoch-Savoyen ab 1999 darauf verzichten will, weitere Jungvögel in Horstnähe freizulassen.


Paarbildung, Identifizierung und Identität des Männchens

Am 8.Mai 1993 beobachtete ich zum ersten Mal im Bargy-Massiv bei Genf Assignat in Begleitung eines scheinbar etwas älteren subadulten Vogels. Nach seinem Verhalten (Synchronflug) handelte es sich um ein Männchen mit deutlich dunklerem Gefieder, besonders auf den kleinen Decken der Flügelunterseite, sowie tief rostfarbenem Brustgefieder. Nach einem Vergleich mit 2 Monate vorher im 100 km entfernten Wallis gemachten Aufnahmen (Arlettaz 1996) kam ich zu dem Schluß, daß es sich dabei nicht um den fünfjährigen Vogel "Balthasar" handelte, der das Val de Bagnes dort von März 1992 bis März 1993 besetzt hatte und seitdem verschwunden blieb. Dies ließ zwei andere Möglichkeiten offen:

- Entweder es handelt sich um "Melchior" der auch 1988 an der gleichen Stelle in Hoch-Savoyen freigelassen, aber seit 1991 nicht mehr gesehen worden war. Dieser Vogel hatte sich in Italien im Gran-Paradiso aufgehalten, sowie am Kleinen St.-Bernhard-Pass, im Aostatal, im Ecrin- und Vanoise-Park in Savoyen, sowie im Beaufortin (Coton & Estève 1992). Da sein Gefieder jedoch total vermausert war, gab es keinen schlüssigen Beweis dafür. (Im Jahre 2005 wurde durch ADN-Analyse einer Feder festgestellt, dass es sich um den 1988 am gleichen Ort ausgesetzten Vogel "Balthasar") handelte.)

- Oder es handelt sich um eines der beiden Männchen "Hans" (1986) und "Ulli" (1988), die in Österreich verschwunden waren (Frey 1995). Dafür spräche die Tatsache, daß es mir einmal gelang, an beiden Füßen des Vogels je einen Metallring zu sehen. Melchior soll nur einen Ring besitzen. Die französischen Beobachter, die dies leider nie zu bestätigen vermochten, gehen jedoch offiziell weiter davon aus, daß es sich höchstwahrscheinlich um "Melchior" handelt (Coton & Heuret 1996), weshalb ich den Vogel weiterhin *Melchior nennen werde.(Im Jahre 2005 wurde aber durch ADN-Analyse einer Feder festgestellt, dass es sich um den 1988 am gleichen Ort ausgesetzten Vogel "Balthasar") handelte, nicht um "Melchior".)

Dieses Männchen hat sich seitdem von Assignat immer durch ein dunkleres Unterflügel- und Schwanzgefieder unterschieden; auch die Form des Stoßes ist etwas anders: eher fächerförmig und regelmäßig bei *Melchior, wogegen Assignat einen asymmetrischen, mehr keilförmig-länglichen Schwanz hat. *Melchiors Silhouette scheint auch für geübte Beobachter etwas schlanker, fast grossmöwenartig, mit relativ spitzen Flügeln, während Assignat oft massiver wirkt, mit brettartigen Flügeln. Auf weitere Entfernungen helfen oft Mauserlücken in den Schwingen, die Vögel voneinander zu unterscheiden, wenn man sie oft genug sieht. Die Orangefärbung, die durch Baden in eisenoxdhaltigem Schlamm entsteht, variiert bei beiden Vögeln stark und ist nur gelegentlich ein Unterscheidungsmerkmal für Kenner. Wenn beide Vögel in einer Wand sitzen, sind sie nur auf kurze Entfernung durch ihre mehr oder weniger deutlichen Halsringe zu identifizieren, ansonsten nur manchmal durch das dominante Verhalten von Assignat.

Von Mai 1993 bis März 1998 habe ich an 310 Tagen weit über 2000 Stunden im Revier dieses Paares verbracht, während denen ich ca. 630 Stunden Sichtkontakt zu den Vögeln hatte. Trotz alledem sind meine Beobachtungen zu unregelmäßig über das Jahr verteilt, hat meine Präsenz im Tagesverlauf zu oft und zu stark variiert, um mir zu erlauben, quantitativ immer statistisch absicherbare Aussagen zu machen. Diese Arbeit ist also mehr als ein Erfahrungsbericht aufzufassen, ein Versuch, Tausende von Detailbeobachtungen zu systematisieren und übersichtlich darzustellen.


Erster Horstbau und lokale Fauna

Am 16. Mai 1993 beobachtete ich unser Paar, das dabei war, in nur 600 m Entfernung der Grotte, in der Assignat 4 Jahre vorher ausgesetzt worden war, einen Horst zu bauen. Dieser befindet sich in etwa 2050 m Höhe ü.M. in der Mitte einer ca. 300 m hohen Steilwand, die nach S-SSO orientiert ist und am Nordrand ihres Revierkerns liegt, der etwa 60 - 90 qkm groß sein dürfte. Das benutzte Material bestand aus Zweigen, Moos, Gras und Flechten.
Die Gebirgskette verläuft von SW nach NE, was für diese Vögel, die auf günstige thermische Verhältnisse angewiesen sind, schon am Morgen ideale Bedingungen erzeugt.
Die benachbarten Gipfel sind 2100 bis 2438 m hoch. Im Februar 1996 sollte Assignat dann ihr erstes Ei in diesen Horst legen. Erst 1997 fingen die Geier an, einen zweiten Horst zu beschicken.

Das Gebirgsmassiv, in dem sich das Nest befindet, ist sehr reich an Schalenwild. Die Schätzungen des ONC (Jagdbehörde) und der APEGE ergeben für die ca.11 km lange Kette ca. 240 Steinböcke Capra ibex (Coton & Heuret 1995), 50 - 60 Gemsen Rupicapra rupicapra und etwa genauso viele Rothirsche Cervus elaphus . Außerdem gibt es im Sommer einen enormen Hausviehbestand in dieser Gegend, der manchmal gar zu Übergrasungsschäden führt. Kontakt von Wildtieren und Hausvieh führt auch gelegentlich zu Epidemien, wie z.B. der Moderhinke im Sommer 1996, als sich eine Gruppe alter Steinböcke bei einer Schafherde durch Frequentieren des gleichen Schattenplatzes infizierte.

Da im Bargy-Aravis-Massiv die Hänge z.T. recht steil sind und Steinschlag häufig vorkommt, ist für Bartgeier der Tisch also ganzjährig reich gedeckt; der Hauptgrund, weshalb diese Gegend für eine Wiederansiedlung gewählt wurde.

Natürlich gibt es hier auch noch einige Rehe (Capreolus capreolus), Feldhasen (Lepus capensis) Schneehasen(L.timidus), Wildschweine (Sus scrofa), Murmeltiere (Marmota marmota), Füchse (Vulpes vulpes), Dachse (Meles meles) und Edelmarder (Martes martes). Ornithologisch gesehen gehört diese Gegend zu einer der reichhaltigsten in ihrer Artenvielfalt. In weniger als 3 km Entfernung vom Geierhorst brüten Mäusebussarde (Buteo buteo), Steinadler (Aquila chrysaetos), Sperber (Accipiter nisus) , Turmfalke (Falco tinnunculus), Alpenschneehuhn (Lagopus mutus), Birkhuhn (Tetrao tetrix) , Steinhuhn (Alectoris graeca), Kolkrabe (Corvus corax) Alpenkrähe (Pyrrhocorax graculus) , Schwarzspecht (Dendrocopos martius) und Rauhfusskauz (Aegolius funereus).

Unter den Kleinvögeln sollte man erwähnen: Schneefink(Montifringilla nivalis), Klappergrasmücke(Sylvia curruca), Neuntöter (Lanius collurio), Zippammer (Emberiza cia), Steinrötel(Monticola saxatilis), und den Mauerläufer (Tichodroma muraria), der schon 15 m neben dem Geierhorst gebrütet hat. Hin und wieder sieht man auch Wanderfalken(Falco peregrinus), Wespenbussarde (Pernis apivorus), Habichte (Accipiter gentilis), Felsenschwalben (Ptyonoprogne rupestris) und Alpensegler (Apus melba). In ca. 1500-1600 m Höhe gibt es sogar in Bachnähe und an Nordhängen einige Paare Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris), ein lokales Kuriosum.

Erste Paarungen

Am Nachmittag des 9.Januar 1994 beobachtete ich wohl als erster seit der Jahrhundertwende eine Paarung freilebender Bartgeier in den Alpen. Die Vögel saßen auf einem Feldvorsprung, nicht weit von ihrem Horst entfernt. 20 Minuten später kopulierten sie noch einmal, trotz des einzigen in 600 m Entfernung funktionierenden Schleppliftes eines (sehr kleinen) Wintersportortes. Am 12. Januar beobachtete ich 3 Paarungen in 18 Minuten, sowie weitere bis zum 9. Februar. Da Assignat erst 5 Jahre alt war, war ein erstes Gelege noch unwahrscheinlich. Immerhin war dieses Ereignis zu dem Zeitpunkt der Durchbruch des Projektes. Schon im Januar und vor allem im Mai bauten die Geier recht unzeitgemäß aber intensiv an ihrem Nest weiter. Bemerkenswert auch die langen gemeinsamen Sitzungen, wo sich beide Vögel gegenseitig Kopf- und Halsgefieder putzen, wie dies sonst eher Papageienartige zu tun pflegen. Ein Verhalten, das zur Verstärkung der Paarbeziehung wichtig zu sein scheint.

Bis 1998 sind beide Vögel die einzigen im Alpenkamm geblieben, die versucht haben, sich zu vermehren. Die einzigen bis dahin bekannten anderen Paare waren im Rauristal und in Savoyen. Das erste Paar fiel 1996 auseinander; wahrscheinlich handelte es sich um 2 Weibchen (Schaden & Frey 1997). Das Männchen des letzteren Paares kollidierte in einem Föhnsturm mit einem Kabel und kam um.

Verschwinden des Männchens

Nach den ermutigenden Ereignissen des Winters scheint dann ein Rückschlag zu kommen. Vom 1. Juni an ist Assignat allein; alle befürchten das Schlimmste. Doch am 25. September sitzt sie wieder auf dem Horst in Begleitung eines zweiten Vogels, der dann wieder verschwindet und erst Mitte November wieder auftaucht. Am 25. November beobachte ich die Geier bei einer Paarung auf 2400 m Höhe. Bei dem zweiten Tier handelt es sich effektiv um *Melchior, der sich wahrscheinlich im benachbarten Savoyen aufgehalten hatte, wo er im Vanoise-Park mit anderen Geiern ein Trio gebildet hatte, was bei dieser Art oft vorkommt, jedoch nur selten zu Nachwuchs führt (Dragesco 1995, Heredia 1990). Bis Weihnachten verschwindet er jedoch wieder; und schließlich müssen wir bis Ende Februar warten, bis er im Horstbereich von Assignat bei einem Paarungsversuch abgewiesen wird. Im März wird *Melchior nur an 2 Tagen gesehen, doch am 4. April ist er wieder zurück und hat seither seinen Partner nicht mehr verlassen. In den nächsten Wochen bleiben beide meist zusammen, verbringen viel Zeit am Horst mit gegenseitigem Putzen, Horstbeschickung und Synchronflügen.

Der Sommer verläuft ohne Vorkommnisse; wegen schlechter Nachzuchtergebnisse werden keine Jungvögel ausgesetzt, und das Geierpaar verbringt eine ruhige Zeit im Gegensatz zu 1993/94, wo es zu immer häufigeren Konflikten mit Junggeiern gekommen war. Um diese Ruhe zu bewahren, erscheint ein ministerieller Erlaß: es ist verboten, in einem Umkreis von 700 m am Horst zu fotografieren oder zu filmen. Nicht betroffen von dieser Richtlinie sind jedoch Gleitschirmspringer, die am Horst unmittelbar vorbeifliegen, sowie andere Kletterer und Wanderer. Diese müssen von den Horstbewachern geduldig überzeugt werden, auf Distanz zu bleiben.

Die 3. Paarungssaison

Ende Oktober 1995 fangen die Paarungsflüge wieder an . Am 9. Dezember verzeichne ich die ersten Kopulationen ( 3 in 1 Stunde), am folgenden Tag 3 in 30 Minuten. Bis zum 4. Januar geht es regelmäßig so weiter, dann eine längere Pause bis zum 17. Januar; die letzten Paarungen finden am 27. statt. Meist fliegt *Melchior im Gleitflug heran und landet auf das Weibchen; manchmal bespringt er es aus dem Stand, nachdem es ihn durch wiederholtes Kopfnicken dazu eingeladen hat.

Am 3. Februar haben die Geier aufgehört sich zu paaren; das Wetter wird schlecht, und niemand weiß eine Woche lang, was geschieht. Am Morgen des 10. Februar ist um 8.50 h ein Vogel auf dem Nest, aber der Nebel verwischt alles. Um 9.56 h fliegt ein Adler vorbei, eskortiert von Assignat, die im Schnee landet, einen Gegenstand mit dem Schnabel bearbeitet, um 20 Minuten später zu verschwinden. Routine. Aber seit über einer Stunde versuche ich zu verstehen, warum am Horstrand ein kleiner schwarzer Fleck zu sehen ist, der vorher nicht da war, und auf einmal wieder verschwindet. Trotz der großen Entfernung (1200 m) wird mir auf einmal klar: *Melchior sitzt auf dem Horst und brütet ! Der Fleck war eine seiner Flügelspitzen. Mehr als 20 Jahre Anstrengungen sind endlich belohnt worden. Zum ersten Mal seit fast 90 Jahren brütet ein Bartgeierpaar wieder in den Alpen. Um 12h22 löst Assignat das Männchen ab. Als der Nebel steigt, sehe ich sie auf dem Nest, als sie aufsteht, um das Ei/ die Eier mit dem Schnabel zu wenden. - Normalerweise legen Bartgeier 2 Eier. Das stärkere Küken tötet fast immer das schwächere, so daß nur 1 Jungvogel pro Jahr und Paar hochkommt. Sollte aber ein Ei taub sein, haben die Vögel ein zweites in Reserve. - Im Laufe des Nachmittags lösen sich die Vögel noch zweimal ab. Um 18 h gehe ich heim; *Melchior sitzt auf seinem Schlafplatz 100 m vom Horst entfernt, Assignat brütet.

Während der nächsten Tage behindern uns Schneefälle und Nebel bei der Beobachtung. Aber auch bei gutem Wetter passiert nicht viel. Manchmal gibt es nur eine Brutablösung (in der Regel zwischen 11 und 13 h) am Tag, und der wegfliegende Vogel vermeidet es, auch nur eine Minute zu lang in Horstnähe zu bleiben. Das Brutgeschäft wird zu etwa einem guten Drittel vom Männchen übernommen, manchmal morgens, manchmal nachmittags. Es gibt keine Regel, keine Gewohnheiten. Bartgeier sind in allem recht unberechenbare Tiere. Manchmal verläßt der brütende Vogel das Nest, bevor der andere landet, meist jedoch wartet er, und beide verbringen ein paar Sekunden auf dem Horst. Es kommt sogar vor, daß beide Vögel die Brut 30 Minuten lang verlassen, was auf Unerfahrenheit deutet, denn die Kolkraben sind nie weit entfernt !

Am Morgen des 3. März sitzt das Weibchen am Nestrand und putzt sich, während *Melchior in 2 km Entfernung kreist. Nach 15 Minuten brütet Assignat weiter, das Männchen setzt sich 500 m weiter in eine Felswand. Alles scheint normal, bis sich einer der in der gleichen Wand nistenden Raben am unteren Nestrand festkrallt und Nistmaterial herausreißt. Assignat steht auf, geht zum Rand und verjagt den Raben mit ein paar wuchtigen Flügelschlägen. Zwei Stunden später verläßt sie jedoch das Nest, ohne abgelöst worden zu sein. Drei Tage später sehe ich, wie das Paar einen Moment lang auf dem Horst verweilt, dann aber wieder abstreicht. Die Brut ist aufgegeben. Was ist geschehen ? Gibt es eine Kausalbeziehung zu der Störung durch die Raben? Hat Assignat die Brut während des kurzen Streites beschädigt ? Oder haben die Vögel instinktiv begriffen, daß ihr Ei / ihre Eier unbefruchtet waren, wie dies bei den meisten Erstgelegen von jungen Paaren in Gefangenschaft der Fall zu sein scheint (J.Rimpault, pers. Mitteilg.) ? Wir werden es nie erfahren. Aber es ist beruhigend zu wissen, daß die nötigen Bedingungen für eine erfolgreiche Fortpflanzung von Bartgeiern in natura (Géroudet 1974, 1977) wieder erfüllt sind.


Verhaltensbeobachtungen des nichtbrütenden Paares (1993 - 1996)

Tagesrhythmus

Es ist nicht immer einfach, nichtbrütende Bartgeier zu Gesicht bekommen. Nur während der Paarungszeit kann man einigermaßen sicher sein, die Vögel wenigstens morgens und abends in der Nähe ihrer Wand zu sehen. Wenn die Tiere einmal abgestrichen sind, ist nichts mehr sicher. An bestimmten Tagen kommen sie kurze Zeit später zurück und verbringen 4, 5, oder gar 6 Stunden in Horstnähe. Und manchmal können sie tagelang unsichtbar bleiben, was in Zusammenhang mit variierendem Nahrungsangebot in Horstnähe zusammenhängen dürfte. Von 8 - 11 h morgens sind sie wesentlich häufiger "zu Hause" als nachmittags, wenn sie warme oder heiße Luftströmungen zu ausgedehnten Nahrungsflügen ausnutzen. Abends kommen sie manchmal erst bei Einbruch der Dunkelheit zurück, so daß sie kaum noch zu sehen sind; sie können aber auch schon vor 16 h erscheinen und den Rest des Tages mit Nichtstun verbringen. Nicht selten schläft einer der Vögel, meist Assignat, auf oder neben dem Horst, wogegen der andere erst am nächsten Morgen wieder erscheint.

Statistisch sind diese Aussagen mit Vorsicht zu genießen. Wer weiß, wie viel hundert Stunden lang die Vögel mich beobachtet haben, ich aber nicht wußte, wo sie gerade waren !

Das Nest wird von Januar bis April als Schlafplatz benutzt; anscheinend praktisch nur von Assignat. Oft kommt *Melchior jedoch im Morgengrauen von seinem Schlafplatz hergeflogen und verbringt längere Zeit mit dem Weibchen auf dem Horst. Erst zwischen 11 und 12 h Sommerzeit trifft die Sonne auf das Nest; wenn die Vögel nicht hungrig sind, bleiben sie oft bis zu diesem Zeitpunkt dort sitzen. Meist ist es das Weibchen, das das Signal zum Abflug gibt.

In einem Umkreis von 700 m um den Horst habe ich über 30 verschiedene Sitzplätze entdeckt. Nur 2 davon sind auf einer Felsspitze, die anderen sind Löcher, Höhlen oder Simse in der Wand, einige davon überdacht. Nachts habe ich nur 4 davon besetzt gesehen; diese Plätze sind gut sichtbar durch die flächendeckende weiße Überkalkung. Jedes Jahr stellt man fest, daß bestimmte Plätze ihre Anziehungskraft verloren haben, wogegen andere "in Mode" gekommen sind.

Auf der Südostseite der Bergkette gibt es nur wenige Felsabschnitte, die den ganzen Tag im Schatten liegen. Diese werden vor allem im Hochsommer gerne am Nachmittag benutzt, wenn die Temperaturen in der Sonne über dem hellen Kalkstein enorm steigen können. Sehr beliebt sind dann auch zwei ca. 4 m lange und 1 m hohe horizontale Grotten, die tief genug sind, um beiden Vögeln einen Schattenplatz zu gewähren. Der Horst ist ab 12.30 h in der prallen Sonne und wird nachmittags gemieden.


Jahresrhythmus

Von Mai 1993 bis April 1996 habe ich an 169 Tagen das Gebiet aufgesucht. Nur im Januar, Februar und März habe ich die Tiere jeden Tag (75 mal) gesehen. Im Juli , August und September sind sie häufig abwesend: von 31 Begehungen blieben 16 unfruchtbar. Die Gründe dafür sind klar: im Winter ist das Nahrungsangebot in Horstnähe reichhaltig: hohe Wildkonzentrationen in stark lawinengefährdeten Gebieten. Außerdem fliegen die Vögel nur wenn nötig, um Energie zu sparen, und sind dazu noch durch Paarungsrituale an die Horstnähe gebunden. Im Sommer können sie es sich erlauben, bei heißem Wetter ohne Energieverlust hunderte von Kilometern zu segeln, müssen dies auch tun, da weniger Tiere bei gutem Wetter erkranken und bei Unfällen zu Schaden kommen. Bei Nahrungsengpässen sind die Vögel in der Lage vorzusorgen, indem sie große Mengen von Knochen und anderen Aasresten in ihrer Wand lagern.

Vergleicht man die Dauer der Beobachtungen mit der tatsächlich im Gebiet verbrachten Zeit, ist der Januar der beste Monat: fast 34 Stunden Sichtkontakt von 69 verbrachten Stunden (im Januar 1996). Juli, August und September sind wieder die ungünstigste Zeit: nur 1 h 19' Sichtkontakt innerhalb von 76 h Aufenthalt. (Dies ändert sich natürlich drastisch, wenn die Vögel ein Junges hochziehen, das erst im August ausfliegt.)


Paarbildung

Drei Symptome sind spezifisch, wenn sich ein Bartgeierpaar bildet: der Synchronflug, gegenseitiges Putzen ("Allopreening"), sowie gemeinsamer Horstbau.

Im Gegensatz zu dem, was man in der Literatur über die "Paarungsflüge" lesen kann (Dragesco 1995, Géroudet 1965, Müller 1988, Posse 1993, Baumgartner 1988), kann ich nicht behaupten, daß dieses Verhalten nur während der Balzzeit (November-Januar) zu sehen ist. Akrobatische Luftspiele, wie sie oft beschrieben werden, gibt es bei unserem Geierpaar so gut wie nicht. In der Saison 1995-96 beobachtete ich 12 Synchronflüge, von denen die Hälfte zwischen März und Anfang Oktober stattfanden, also außerhalb der Paarungszeit.

Auch Allopreening ist das ganze Jahr über zu verzeichnen: die 15 notierten Beobachtungen verteilen sich gleichmäßig von September bis Juni. Meist sieht man dieses Verhaltensmuster, wenn die Vögel auf dem Nest sitzen; im Winter dauern die "Sitzungen" am längsten. Meist scheint *Melchior damit anzufangen und wird manchmal von der dominanten Assignat abgewiesen, die gar so weit geht und ihn vom gemeinsamen Rastplatz herunterschubst.

Der Horst wird von November bis Mai beschickt: von 15 Beobachtungen fallen kurioserweise 9 in die Monate April/ Mai und nur 3 in den Januar. Wie im Rauristal (Roth-Callies 1993), kümmert sich das Männchen hauptsächlich darum (in 19 von 25 Fällen). Das Weibchen ist hingegen damit beschäftigt, auf der Nestplattform Ordnung zu schaffen und die herangeschleppten Zweige, Äste und Fellreste zu verankern. (Auch später, während der ersten Brut stand Assignat im Gegensatz zu *Melchior viel häufiger auf, um das Nest umständlich zu "reparieren".) Es kam auch einmal vor, daß das Weibchen in Abwesenheit von Melchior mehrmals Zweige allein aufs Nest brachte. Die längsten herbeigetragenen Äste schätzte ich auf ca. 1,40 m.


Ernährung und Nahrungstransport

Es ist meist schwierig oder unmöglich, die von den Vögeln mitgebrachten Kadaverreste zu identifizieren. Zu Anfang des Frühlings sieht man hin und wieder einen Geier mit einem toten Murmeltier heranfliegen. Diese Nager entsorgen dann die im Winter im Bau eingegangenen Artgenossen und verjagen auch Jungtiere, die bei Temperaturstürzen erfrieren oder verhungern können.

Am 16. Juni 1993 sah ich Assignat in Begleitung von Melchior ein frischtotes neugeborenes Steinbockkitz ca. 30 Minuten lang herumtragen; eine Zeit lang wurde sie dabei von einem Steinadler angegriffen. Hatten die Geier es dem Adler entwendet ? Hatte der Adler es vielleicht selbst erbeutet ? Oder war das Kitz durch einen späten Schlechwettereinbruch eingegangen ?

Am 12. Januar 1994 fliegt *Melchior wenige Meter über das Kabel des Schleppliftes mit einem kompletten (abgenagten) Hinterbein eines wohl adulten männlichen Steinbocks, das ein gutes Stück länger gewesen sein dürfte als der Vogel selbst. Eine halbe Stunde lang versucht der Vogel, die Knochen in 150 m Entfernung von der Skipiste auseinander- zunehmen, bis ihm der Lärm doch zuviel wird, und er in eine ruhigere Ecke fliegt.

Seltsam ist es, die Geier oft bis zu einer Stunde lang mit einem Knochen kreisen zu sehen, ohne je zu versuchen, in anzufressen oder fallenzulassen. Das für Bartgeier charakteristische Knochenbrechen (übersetzt in den spanischen und katalanischen Artnamen "Quebrantahuesos" und "Trencalos"), konnte ich nur selten in Horstnähe beobachten. Die traditionellen Knochenschmieden der Vögel scheinen weiter weg zu liegen. Am 29.November 1995 läßt Melchior einen Knochen 13 mal in 17 Minuten auf ein Geröllfeld fallen. Am 30.März 1996 neunmal in 14 Minuten, in Begleitung einer Rabenkrähe, die immer genau zu wissen scheint, wo der Knochen hinfallen wird und auf dem Boden wartet , bis sie ein Stückchen abbekommt, bevor der schwerfälligere Geier es schafft, selbst zu landen. Beim Abflug nimmt der Geier den Knochen im Schnabel mit, packt ihn jedoch zuerst mit einem Fuß, bevor er ihn wieder fallen läßt. Es kommt auch vor, daß ein Geier einen Knochen ein paar Male fallen läßt, ohne daß dieser zerbricht, und ihn dann einfach ganz verschlingt.

Man findet natürlich häufiger einen oder gar beide Geier an einem Aas auf. Handelt es sich um ein größeres, frischtotes Tier, lassen die Vögel meist nach kurzer Zeit von ihm ab, da sie Probleme haben, etwa die Haut eines Steinbocks anzuschneiden. Sie müssen also warten, bis Fuchs, Steinadler und Raben diese Arbeit gemacht haben. Im Winter 1995-96 lagen drei tote Steinböcke in weniger als 200 m Entfernung der Skipiste im Horstbereich, was die Vögel nicht davon abhielt, selbst an einem Sonntagnachmittag bei starkem Publikumsverkehr davon zu profitieren.

Am 7.Oktober 1995 entdecke ich ein frischtotes Steinbockweibchen. Innerhalb von 5 Minuten erscheinen 3 Steinadler, aber nur einer wagt es, auf dem Kadaver zu landen. Kurze Zeit später kommt Assignat und verjagt alle Adler, ignoriert aber das tote Tier. Drei Tage später finde ich nur noch Haut und Knochen; die beiden Geier bleiben, sichtlich gesättigt, bis 11 h morgens auf dem Nest sitzen, um dann ohne Halt über den Kadaver hinwegzustreichen.

In dem Winter, als die Moderhinkeepidemie die Steinböcke im Bargy heimsuchte, gab es gleichzeitig so viel Fallwild, daß die Geier sich die ruhigsten Plätze aussuchen konnten. Trotzdem fraßen sie auch einmal 150 m von einem Gebäude (Almhof) entfernt. Nur in 2 von etwa 20 Fällen konnte ich beide Vögel gleichzeitig am gleichen Aas beobachten.


Interspezifische Kontakte.

Da die Geier in nur ca. 100 m Abstand von einem Rabenhorst nisten, sind Kontakte mit deren Besitzern häufig und in der Regel unfreundlich. Manchmal wird ein Geier von zwei bis vier Raben verfolgt, meist ist es aber umgekehrt. Es mag aussehen wie ein Spiel, aber die Verfolgungsjagden sind oft lang und von typischem Angstgekrächz gekennzeichnet. Melchior ist deutlich aggressiver als das Weibchen. In einem Winter führte er 16 von 22 notierten Angriffen aus. Nur zweimal beteiligten sich beide Vögel daran. Am Aas haben die Raben nicht immer Respekt von den Geiern und ziehen mit dem Schnabel an ihren Steuerfedern.

Die Beziehungen zu den 4 - 5 Steinadlern, die in dem Gebiet vorkommen, sind von Tag zu Tag sehr verschieden. Von 21 verzeichneten Begegnungen endeten 12 mit einem bis zu 30 Minuten dauernden Luftkampf. Sieben der Kämpfe fanden zwischen Ende Oktober und Januar statt, keiner von Juni bis Anfang Oktober. 5 betrafen einen Jungadler, drei ein adultes Paar, ein anderer einen adulten Einzelvogel, sowie 3 einen aufgrund der Entfernung unbestimmbaren Adler.

Der dramatischste Kampf fand zum Zeitpunkt der ersten Paarungen, am 15.Januar 1994 statt: einer der beiden Adler hatte sich auf die Spitze einer hohen Fichte gesetzt, und *Melchior stieß derart heftig aus der Luft auf ihn herunter, daß der Adler rückwärts herunterfiel, was dem Geier erlaubte, sich seinerseits auf den Baum zu setzen (was Bartgeier recht selten tun). In den letzten Jahren sind die Beziehungen zu dem adulten Adlerpaar deutlich besser geworden. Sie kommen weitaus seltener in den Horstbereich der Geier, dürfen aber schon einmal unbehelligt in weniger als 500 m Entfernung vom Nest fressen oder herumsitzen, (selbst wenn gerade eine Brut im Gange ist.)

Die harmlosen Alpendohlen fliegen oft in ganzen Schwärmen mit den Geiern einher, ohne sie jedoch systematisch zu belästigen. In der Felswand und sogar auf dem Nest erlauben sie es sich, wenn auch selten, sich weniger als 2 m von einem Geier entfernt aufzuhalten, so wie sich auch gelegentlich Hausrotschwänze (Phoenicurus ochruros) an die großen Vögeln erstaunlich nahe heranwagen.

Oft erschreckt ein vorbeifliegender Bartgeier grasende Steinböcke, besonders wenn sie in einer Steilwand stehen und der Vogel sich über ihnen niederläßt. Aber sie können auch einen Geier attackieren, wenn er versucht, einen in der Nähe eines Kitzes heruntergefallenen Knochen zu erreichen. Nach 30 Minuten erfolgloser Wartezeit mußte der Geier in diesem Fall aufgeben. Aber an einem 13. Januar kam es auch vor, daß zwei Steinbockweibchen 4 m unter dem auf einem Felsvorsprung sitzenden *Melchior ruhig grasten; dieser flog 6 Minuten später davon.


Kontakte mit Menschen - Störungen

Im Laufe der Jahre sind Bartgeier etwa 30 Male in sehr kurzer Distanz (weniger als 20 m) an mir vorbeiflogen. Ein Teil dieser Vorkommnisse läßt sich erklären durch eine Art Überraschungseffekt: aufgrund des zerklüfteten Terrains hatte mich der sehr tief fliegende Vogel zu spät gesehen. Aber es geschieht auch, daß ein Geier mich aus großer Entfernung sieht und nur aus Neugierde so nahe heranfliegt. Eines steht fest: es ist ein Kinderspiel, einen derart riesigen Vogel auf solch eine Entfernung abzuschießen, weshalb noch sehr viel Öffentlichkeitsarbeit im Alpenraum geleistet werden muß, damit auch der letzte schiesswütige Nimrod begreift, wie unsinnig und verachtenswert eine solche "Tat" ist. Viele andere Sichtbeobachtungen von "Beinahe-Zusammenstössen" betreffen Skifahrer und Bergwanderer, die immer wieder erstaunt sind über die Vertrautheit dieser Vögel. Anscheinend kennen sowohl junge wie alte Geier die zahlreichen Kabel der Skilifte und Stromleitungen in der Gegend recht gut, und die Unfallquote scheint bislang eher überraschend niedrig, da die Vögel nur selten nach Einbruch der Dunkelheit fliegen.
Man hat nicht den Eindruck, daß die Vögel Kabel vorsichtig umfliegen. Im Gegenteil: es passiert gar, daß sie zwischen zwei Kabeln unbeschadet hindurchgleiten!

Motorfahrzeuge, z.B. auf Skipisten, werden genauso ignoriert wie die meisten Flugzeuge und Hubschrauber, (selbst wenn diese während der Brutzeit weniger als 1 km vom Horst entfernt vorbeikommen. )

Weitaus besorgter sind die Vögel, wenn Gleitschirmflieger sich in Horstnähe aufhalten, was vor allem während der Aufzucht des Jungvogels vorkommt. In Jahren ohne Brut sind die Vögel während der heißen Tage und Tageszeiten ohnehin weniger häufig im Horstbereich anzutreffen. Leider existiert in der französischen Gesetzgebung noch eine Lücke in dieser Beziehung. Nur in einem Naturreservat ist Gleitschirmfliegen verboten; in der Schweiz nicht einmal dort !

Einige skrupellose Fotografen und Filmer haben hin und wieder versucht, in weniger als 300 m Entfernung vom Horst anzusitzen, sogar während der Paarungszeit, was die Vögel natürlich massiv stört und dazu führen kann, daß diese für den Rest des Tages verschwinden. Die Betreffenden wurden in der Regel vom Horstbewachungspersonal gestellt und verwarnt. Da die Strafen empfindlich sein können (Konfiszierung der optischen Ausrüstung), hat es bis heute keine Wiederholtungstäter gegeben. Ein Problem besteht weiterhin: auf einem Bergrücken, der nur 500 - 600 m vom Horst entfernt ist, kann das Besteigen nicht verboten werden. Die Geier haben sich aber an den Betrieb auf diesem Gipfel gewöhnt, da die Besucher sich immer auf dem gleichen (einzigen) Weg befinden.


Die erste erfolgreiche Brut

Am 24.November 1996 paaren sich die Geier wieder mehrmals trotz dicht überhinfliegenden Gleitschirmspringern und Kleinflugzeugen. Im Dezember fangen sie wieder an, den Horst zu beschicken und verjagen mit Nachdruck die in einem benachbarten Tal wohnhaften Steinadler, aber auch Raben, Rabenkrähen und sogar hin und wieder die kleinen Alpendohlen.
Sie verbringen viel Zeit auf und in der Nähe des Nestes, putzen sich gegenseitig Kopf- und Nackengefieder und veranstalten wieder ihre spektakulären Synchronflüge. Erst am 12. Januar sehe ich eine zweite Paarung, kurioserweise in weniger als 20 m Entfernung von einem gelandeten Jungadler, dem es anscheinend zu zeigen galt, wer hier der Herr des Territoriums ist ! Vom 29.1. bis zum 9.2. erfolgt eine ganze Serie von Kopulationen. Das Wetter schlägt am 10.2. um, und man sieht fast eine Woche lang nichts mehr von den Vögeln. Dann, an einem wolkenlosen 16.Februar, ist es wiederum Melchior, der ein Ei bebrütet, während Assignat erst am Nachmittag zur Ablösung erscheint. Die APEGE verzeichnet, daß Assignat 62% des Brutgeschäftes am Tag übernimmt, aber nur 51 % der Nachtbebrütung (Heuret & Rouillon 1998). Bis zu 5 Brutablösungen werden pro Tag beobachtet; im Schnitt sind es nur 2,1 pro Tag.

Ende März bekommen wir einen riesigen Schreck. Die französische Armee setzt auf dem 600 m vom Horst entfernten Gipfel tagelang Truppen mit riesigen Hubschraubern ab und verursacht einen Höllenlärm. Es gelingt der APEGE endlich, dem Treiben durch massives Intervenieren auf ministerieller Ebene ein Ende zu setzen, aber die Geier haben anscheinend ein "dickes Fell" und ruhig (?) weitergebrütet. Am 11.April ist es dann soweit. Das Weibchen ist auf dem Horst und verfüttert anscheinend von Melchior herbeigetragene Nahrung. Nach fast 90 Jahren ist wieder ein wildlebender Bartgeier in den Alpen aus dem Ei geschlüpft !(APEGE1997)

Während der ersten 3 Wochen wird das Junge alle 75 - 110 Minuten gefüttert: Zuerst dauern die Mahlzeiten nur 5 bis 13 Minuten, um dann im Mai länger (15 - 28', einmal 53'), aber auch etwas seltener zu werden. Normalerweise wird Phénix Alp Action, so wurde der Jungvogel nach einem der Hauptsponsoren getauft, von Assignat gefüttert, aber am 3.Mai übernimmt dies Melchior zweimal, während das Weibchen für mehrere Stunden abwesend ist. Pro Tag werden 1- 9 Fütterungen notiert, im Schnitt etwa 5 (Heuret & Rouillon 1998).

Da ich das Nest wegen der Bannmeile von 700 m aus achtbarer Entfernung beobachten muß, sehe ich das Küken erst am 17. Mai; die Mitarbeiter der APEGE, die ihren Wachposten 350 m vom Horst haben, entdecken es schon 2 Wochen davor. Am 31. Mai sehe ich zum letzten Mal einen Altvogel die Nacht mit Phénix auf dem Nest verbringen.

Im Juli verläuft die Horstbewachung problemlos. Das Wetter ist schlecht, und niemand wagt sich auf die steile, glitschige Matte am Fuß der Wand. Der August wird dann trockener und sehr heiß. Es kommt also öfters vor, daß ortskundige Wanderer vom Gipfel herab 350 m am Nest vorbeikommen, was die Altvögel aber nicht zu sehr übelnehmen.

Ende Juli bringen diese immer seltener Nahrung zum Horst. Am Morgen des 5.August landet ein Geier ohne Beute für einige Sekunden neben dem Jungvogel, dessen Flügelschlagen in den letzten Tagen immer frenetischer geworden ist. Um nicht aus dem Nest zu fallen, hatte er jedoch immer mit dem Gesicht zur Wand geübt. Die Eltern bleiben in der Nähe, bringen aber nichts mehr zu fressen trotz der unaufhörlichen Bettelrufe von Phénix. Um 13.23 h dann sehe ich endlich, wie der Junggeier sich nach langem Zögern an den Horstrand setzt, sich kurz duckt, um dann schließlich mit voller Absicht ins Leere zu springen ! Dieses Ausfliegen war kein majestätisches Schauspiel: der Jungvogel taumelte eher wie ein Blatt im Herbst trudelnd an der Wand entlang und landete dann unbeschadet 150 m tiefer im hohen Gras. Nach kurzer Zeit versucht er dann, in die Wand wieder hineinzusteigen, was ihm auch mit erstaunlicher Geschicklichkeit gelingt. Bartgeier sind gut zu Fuß !

Erst am 7.August fängt er wieder an, so etwas wie Flugübungen zu veranstalten. Dieses Training bleibt in den nächsten Tagen noch sehr bescheiden: 1-5' pro Flug, 5-13' pro Tag. Ab dem 11.8. fliegt Phénix schon etwa1 Stunde pro Tag, am 20. bleibt er 18' lang ununterbrochen in der Luft. Ein einziges Mal, am 19.August, landet er kurz auf dem Horst; es sollte aber bei dieser Anekdote bleiben. Sehr schnell, nach 4 Tagen schon, wählt er dann einen sicheren Schlafplatz in der gleichen Wand aus, den schon die Altvögel oft benutzten. Sein Aktionsradius übersteigt rapide einen Kilometer, und am 27.8. fliegt er zum ersten Mal in Begleitung von Assignat über das Tal in die benachbarte Bergkette. Am 31.8. sehe ich, wie er mit seiner Mutter in Richtung Horst zurückkommt.

Im Alter von 4 Wochen hat er mehr als 1000 Flugminuten hinter sich (Heuret & Rouillon 1998); ein freigelassener Junggeier kommt in dem Alter erst auf 200 - 600 Minuten, da er ohne die Stimulanz der Altvögel aufwächst. Schon ab dem 19.8. fängt Phénix an, mit den zahlreichen Alpendohlen, aber auch Greifvögeln wie Bussarden, Sperbern, Turmfalken und später ziehenden Rohrweihen in der Luft zu "spielen". Ende September sehe ich ihn nur am späten Nachmittag, wenn er zum Schlafplatz zurückkehrt, sowie früh morgens. Die Altvögel teilen sich nun den einen Schlafplatz 20 m unter dem Horst. Phénix sitzt etwa 200 m weiter in seiner Nische. Im Oktober verbringt er immer mehr Nächte an unbekannten Orten. Am 8.10. fangen die Altvögel wieder an, den Horst zu bebauen und verjagen den Jungvogel Ende Oktober. Er wird jedoch sporadisch noch bis Mitte Dezember gesehen. Aber nun fangen die Paarungen von Assignat und Melchior wieder an, die an einem Tag sogar dabei beobachtet werden, als sie Zweige auf eine andere geeignete Nestplattform tragen.


Weitere Bruten und Ausblick

Anfang Februar 1998 wird Assignat 3 Tage lang auf dem "alten" Horst beobachtet, fliegt dann jedoch wieder 2 Wochen lang mit Melchior herum, bis sie am 21. Februar wieder fest auf dem Nest sitzt und brütet. Wahrscheinlich wurde hier ein Nachgelege gezeitigt, ein bei Bartgeiern ein anscheinend recht unübliches Verfahren. Das zweite Küken schlüpft am 20. Februar und wird Dominique getauft. Einige Wochen vorher hatte bereits ein anderes Geierküken in Norditalien in der Gegend von Bormio am Stilfser Joch das Licht der Welt erblickt. Seine Eltern waren im Schweizer Nationalpark ausgesetzt worden und etwas jünger als das Paar in Hoch-Savoyen, nämlich 6 und 7 Jahre alt (Jenny 1998).

Im Mai werden wiederum zwei Jungvögel in 1,5 km Entfernung vom besetzten Horst ausgesetzt. Als diese jedoch im Juli anfangen, immer weiter und höher durch Assignats Revier zu fliegen, gibt es Probleme. Die beiden Junggeier werden sehr schnell vetrieben, können sich jedoch zum Glück zu diesem Zeitpunkt ohne künstliche Fütterung durchschlagen und überleben in der benachbarten wildreichen Aravis-Kette. Die Kosten für die Aufzucht eines Junggeiers betragen über 150.000.- DM ; daher beschließt die APEGE, ihre Jungvögel in Zukunft ein paar Kilometer weiter an einer anderen geeigneten Stelle freizulassen, um nur ja kein Risiko einzugehen.

Dominique fliegt am 13 August im Alter von 116 Tagen aus. Bereits im Alter von 33 Tagen hatten die Altvögel ihn auf dem Nest nachts allein gelassen. Sie sind nun in der Aufzucht etwas routinierter, und Dominique wird noch schneller selbständig als sein "Bruder" im letzten Jahr und verläßt das Bargy-Massiv bereits am 6. September zum ersten Mal. Er kommt jedoch regelmäßig zurück bis spät in den November hinein und benutzt auch noch den Horst, im Gegensatz zu Phénix, wiederholt als Fress- und Ruheplatz.

Inzwischen haben Assignat und *Melchior das zweite Nest, das sie bereits 1997 begonnen hatten, fertiggebaut und ein neues Gelege gezeitigt. Aus Norditalien kommen auch gute Neuigkeiten: in diesem Jahr sind es gar 2 Paare, die zur Brut geschritten sind. Und auch wenn der Brutversuch eines vierten Paares in Savoyen nach einigen Wochen gescheitert ist, kann man mit gutem Gewissen sagen, daß das Projekt endlich anfängt, in eine Zukunft zu weisen, in der die Vögel nicht mehr von unserem Eingreifen abhängen werden.

Ein erstes Kapitel ist also zu Ende. Paul Géroudet, einer der Begründer des Projektes, hatte Recht: der Bartgeier kann sich heute noch, am Ende des 20. Jahrhunderts selbst in unseren von der Zivilisation und dem Massentourismus heimgesuchten Alpentälern ernähren und vermehren. Es gilt nun zu wissen, wieviel Junggeier von der FCBV noch im Alpenraum ausgesetzt werden müssen, um eine unabhängige, überlebensfähige Geierpopulation zu schaffen, die trotz aller Unsicherheitsfaktoren und menschlichen Einflüsse (Gift, Blei und Kabel) weiter existieren kann, ohne daß die Teilpopulationen durch Isolierung oder Inzuchtsprobleme nacheinander zusammenbrechen. Wahrscheinlich werden noch viel Energie und Mittel in dieses Projekt investiert werden müssen. Die Ereignisse von 1997 zeigen uns jedoch, daß wir auf dem richtigen Weg sind. Unser Dank gilt denen, die uns diesen Weg gezeigt haben.



Zusammenfassung: Erste Freilandruten eines in den Alpen ausgebürgerten Bartgeierpaars (Gypaetus barbatus).
Nach ersten Fehlschlägen bei Wiederansiedlung von Wildfängen in den 70er Jahren wurden von 1986 - 1998 insgesamt 80 junge Bartgeier in den Alpen ausgesetzt.
Anfang 1993 bildete sich ein Bartgeierpaar in Hoch-Savoyen /Frankreich und baute zu Ende des Winters einen Horst, in dem es 3 Jahre später zur Brut schritt, die aber nach 3 Wochen aus unbekannten Gründen aufgegeben wurde. 1997 brachte das gleiche Paar den ersten Jungvogel seit Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgreich hoch. Ein zweiter folgte 1998, als auch in Norditalien eine erfolgreiche Brut stattfand. Anfang 1999 waren gar 4 Brutpaare in den Alpen zu verzeichnen. Der Artikel gibt Auskunft über diverse Verhaltensformen und Umweltprobleme dieses Paars, das vom Autor ca. 630 Stunden lang über 6 Jahre hinweg beobachtet wurde.


Bibliographie

APEGE (Agence pour l'étude et la gestion de l'environnement)(1997): Pressemitteilung - Reproduction in natura de Gypaètes barbus dans les Alpes françaises

ARLETTAZ, R. (1996): Observations en Valais (Alpes Suisses) de Gypaètes barbus (Gypaetus barbatus) issus de réintroduction: un premier bilan (1986-1995). Nos Oiseaux 43: 367-388.

BAUMGARTNER, H.(1988): Le grand retour: Aigles et Gypaètes. Panda I/88 , WWF Suisse, Zürich.

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KURZFASSUNG DES GLEICHEN ARIKELS

Erste gelungene Brut wildlebender Bartgeier in den Alpen seit Anfang des Jahrhunderts

Von 1987-96 wurden in Hoch-Savoyen von der Agentur für Umweltschutz und
-management (APEGE) 23 junge Bartgeier am gleichen Ort ausgesetzt. Ein 1989 freigelassenes Weibchen, Assignat, kehrte nach einigen kurzen Eskapaden in die schweizer Alpen wieder in das Massiv zurück, wo es aufgewachsen war. Ein krasses Beispiel von Philopatrie also. Ende 1992 gesellte sich zu ihm ein Männchen, höchstwahrscheinlich der 1988 in der gleichen Grotte freigelassene Vogel Melchior. (Der Geier war sichtlich älter als Assignat, konnte damals nicht akkurat identifiziert werden, da seine Markierungen verschwunden waren. Im Jahre 2005 wurde er dann aufgrund einer ADN-Analyse einer Feder als der auch 1988 ebenda ausgesetzte Vogel "Balthasar" identifiziert.) Während des Winters 1992/93 baute das Paar ein Nest auf ca. 2000 m Höhe in einer lotrechten Wand, die nach S-SSE orientiert und nur etwa 6oo m von der Aussetzgrotte entfernt ist. Die benachbarten Gipfel sind 2100 bis 2470 m hoch.

Von Mai 1993 bis Januar 1998 habe ich zu diesem Paar und dem 1997 erbrüteten Jungvogel während etwa 270 Beobachtungstagen über 500 Stunden Sichtkontakt gehabt.

Am 9.Januar 1994 beobachtete ich die erste Paarung der subadulten Geier; es folgten weitere bis zum 5. Februar. Da Assignat jedoch erst 5 Jahre alt war, blieb dies noch ohne Folgen. Im Juni 1993 verschwand "Melchior" (bzw. Balthasar...), um von Ende September bis April 1995 nur alle 6 bis 8 Wochen sporadisch zu erscheinen. Es wurden nur 2 Paarungen verzeichnet: eine Ende November, die andere im Februar. Ansonsten trieb sich der Vogel im Vanoise-Nationalpark herum, wo er mit einem anderen Paar ein Trio bildete, das trotz Kopulationen ohne Nachwuchs blieb.

Ab dem 9.April 95 ist Melchior wieder in Hoch-Savoyen und dort bis heute geblieben.
Am 9.12.95 beobachte ich wieder Paarungsverhalten; bis zum 27.1.96 werden es 24 Beobachtungen. Dann wird das Wetter schlecht und die Vögel unsichtbar.
Am Morgen des 10.Februar 96 starre ich im tiefen Neuschnee stundenlang auf den Horst. Einmal fliegt das Weibchen kurz vorbei, ein Adler kommt auch, wird aber nicht angegriffen. Auf einmal habe ich den Eindruck, dass sich am Nest etwas verändert hat. Ich sehe (auf 1200 m Entfernung) einen kleinen schwarzen Fleck, der vorher nicht da war. Nach kurzer Zeit verschwindet er wieder und mir wird klar, dass Melchior schon den ganzen Morgen auf dem Horst sitzt und brütet ! Endlich haben zwei Bartgeier in den Alpen wieder einen Brutversuch unternommen. Wann war der letzte ? Vor oder nach 1900 ?
In den n¦chsten 3 Wochen geht alles sehr diskret zu. Die V¨gel brüten abwechselnd aber ohne festes Schema. Mal brütet Melchior morgens, mal nachmittags. Assignat scheint 55-65% des Brutgeschäfts am Tag zu übernehmen. Die Ablösungen erfolgen ohne spektakuläres Zeremoniell; die Geier scheinen keine Aufmerksamkeit auf sich lenken zu wollen. Manchmal lassen sie das Ei/die Eier sogar bis zu 30 Minuten liegen und fliegen gemeinsam fort. Böse Stérungen verursachen die Kolkraben, die in der gleichen Wand brüten. Sie setzen sich auf den Horstrand, um Nistmaterial zu stehlen, und der br¾tende Vogel muss sie durch Flügelschlagen verscheuchen.

So geschehen auch am 3.März . Zwei Stunden nach dieser letzten Stérung fliegt Assignat weg, gefolgt von Melchior. Die Brut ist aufgegeben, obwohl das Paar in den folgenden Tagen noch hin und wieder für wenige Minuten das Nest anfliegt. Was war passiert ? Liessen die V¨gel ihr Gelege im Stich, weil sie von den Raben verunsichert wurden ? Oder war das erste Ei unbefruchtet, wie dies in der Mehrheit aller F¦lle bei Erstgelegen in Gefangenschaft der Fall zu sein scheint ?

Immerhin: es steht nun fest, dass auch heute noch in bestimmten Gegenden der Alpen alle Bedingungen erfüllt sind, um Bartgeiern eine natürliche Fortpflanzung zu erlauben. In der Region Bornes-Aravis lebt genug Schalenwild (Steinböcke, Gemsen, Hirsche, Rehwild und Sauen), und im Sommer sind manche Almen von Schafen und Ziegen geradezu überweidet, was 1996 übrigens zu eine Moderhinke-Epidemie beim Steinwild geführt hat. Nahrungsprobleme gibt es weder in milden noch in harten Wintern; die einzigen Gefahren sind Kugel, Gift und Kabel in der Landschaft. Sogar adulte Bartgeier wie der 7jährige Danton fallen Hochspannungsleitungen zum Opfer, und der Abschuss von Republic 5, Nina und Felix hat gezeigt, dass die schiesswütigen Nimrode noch nicht überall ausgestorben sind. Es wird vermutet, dass eine Reihe von "verschwundenen" Bartgeiern des Projektes ein ähnliches Schicksal erlitten haben.

Am 24.November 1996 paaren sich die Geier wieder mehrmals trotz dicht überhinfliegenden Gleitschirmspringern und Kleinflugzeugen. Im Dezember fangen sie wieder an, den Horst zu beschicken und verjagen mit Nachdruck die in einem benachbarten Tal wohnhaften Steinadler, aber auch Raben, Rabenkrähen und sogar hin und wieder die kleinen Alpendohlen.

Sie verbringen viel Zeit auf und in der Nähe des Nestes, putzen sich gegenseitig Kopf- und Nackengefieder und veranstalten spektakuläre Synchronflüge. Erst am 12. Januar sehe ich eine zweite Paarung, witzigerweise in weniger als 20 m Entfernung von einem gelandeten Jungadler, dem es anscheinend zu zeigen galt, wer hier der Herr des Territoriums ist. Vom 29.1. bis zum 9.2. erfolgt eine ganze Serie von Kopulationen. Das Wetter schlägt am 10.2. um , und man sieht fast eine Woche lang nichts mehr von den Vögeln. Dann, an einem wolkenlosen 16.Februar, wiederholt sich die Entdeckung vom 10.2.96: wieder ist es Melchior, der ein Ei bebrütet, während Assignat erst am Nachmittag zur Ablösung erscheint.

Ende März bekommen wir einen riesigen Schreck. Die franz¨sische Armee setzt auf einem 600 m vom Horst entfernten Gipfel tagelang Truppen mit riesigen Hubschraubern ab und verursacht einen Höllenlärm. Es gelingt der APEGE endlich, dem Treiben durch massives Intervenieren auf ministerieller Ebene ein Ende zu setzen, aber die Geier haben anscheinend ein "dickes Fell" : sie haben brav weitergebrütet. Am 11.April ist es dann soweit. Das Weibchen ist auf dem Horst und verfüttert anscheinend von Melchior herbeigetragene Nahrung. Der erste wildlebende Bartgeier in den Alpen ist nach (fast oder über ?) 100 Jahren aus dem Ei geschlüpft.

Während der ersten 3 Wochen wird das Junge alle 75 - 110 Minuten gefüttert: Zuerst dauern die Mahlzeiten nur 5 bis 13 Minuten, um dann im Mai länger (15 - 28', einmal 53'), aber auch seltener zu werden. Normalerweise wird Phénix von Assignat gefüttert, aber am 3.Mai übernimmt dies Melchior zweimal, während das Weibchen für mehrere Stunden abwesend ist.

Da ich das Nest wegen einer Bannmeile von 700 m aus achtbarer Entfernung beobachten muss, sehe ich das Küken erst am 17. Mai; die Mitarbeiter der APEGE, die ihren Wachposten 350 m vom Horst haben, entdecken es schon 2 Wochen davor. Am 31. Mai sehe ich zum letzten Mal einen Altvogel die Nacht mit Phénix auf dem Nest verbringen. Nun ist er zu gross geworden und nimmt zuviel Platz weg. Im Juli verläuft die Horstbewachung problemlos. Das Wetter ist schlecht, und niemand wagt sich auf die steile, glitschige Matte am Fuss der Wand. Der August wird dann trockener und sehr heiss. Es kommt also öfters vor, dass ortskundige Wanderer vom Gipfel herab 350 m am Nest vorbeikommen, was die Altvögel aber nicht sehr übelnehmen.

Ende Juli bringen die Altvögel immer seltener Nahrung zum Horst. Am Morgen des 5.August landet ein Geier ohne Beute für einige Sekunden neben den Jungvogel, dessen Flugübungen in den letzten Tagen immer frenetischer geworden sind. Um nicht aus dem Nest zu fallen, hatte er jedoch immer mit dem Gesicht zur Wand geübt. Die Eltern bleiben in der Nähe, bringen aber nichts mehr zu fressen trotz der unaufhörlichen Bettelrufe von Phénix. Um 13.23 h dann sehe ich endlich, wie der Junggeier sich nach langem Zögern an den Horstrand setzt, sich kurz duckt, um dann schliesslich mit voller Absicht ins Leere zu springen ! Dieses Ausfliegen war kein majestätisches Schauspiel: der Jungvogel taumelte eher wie ein Blatt im Herbst trudelnd an der Wand entlang und landete dann unbeschadet 150 m tiefer im hohen Gras. Nach kurzer Zeit fing er dann an, zu Fuss in die Wand wieder hineinzusteigen, was ihm auch mit erstaunlicher Geschicklichkeit gelang. Bartgeier sind gut zu Fuss !

Erst am 7.8. fing er dann wieder an, so etwas wie Flugübungen zu veranstalten. Dieses Training blieb in den nächsten Tagen noch sehr bescheiden: 1-5' pro Flug, 5-13' pro Tag. Ab dem 15.8. fliegt Phénix schon 1 Stunde pro Tag, am 20. bleibt er 18' lang ununterbrochen in der Luft. Ein einziges Mal, am 19., landet er kurz auf dem Horst; es sollte aber bei dieser Anekdotre bleiben. Sehr schnell wählt er dann einen Schlafplatz in der gleichen Wand aus, den schon die Altvögel oft benutzten. Sein Aktionsradius übersteigt rapide einen Kilometer, und am 27.8. fliegt er zum ersten Mal in Begleitung von Assignat über das Tal in die benachbarte Bergkette. Am 31. sehe ich, wie er mit seiner Mutter in Richtung Horst zurückkommt. Schon ab dem 19.8. fängt er an, mit den zahlreichen Alpendohlen, aber auch Greifvögeln wie Bussarden, Sperbern, Turmfalken und später ziehenden Rohrweihen in der Luft zu "spielen". Ende September sehe ich ihn nur am späten Nachmittag, wenn er zum Schlafplatz zurückkehrt, sowie früh morgens. Die Altvögel teilen sich nun den einen Schlafplatz 20 m unter dem Horst. Phénix sitzt etwa 200 m weiter in seiner Nische. Im Oktober verbringt er immer mehr Nächte an unbekannten Orten und wird im Wallis in 30 km Entfernung gesehen. Am 8.10. fangen die Altv¨gel wieder an, den Horst zu bebauen, das Junge wird sporadisch noch bis Mitte Dezember gesehen. Aber nun fangen die Paarungen von Assignat und Melchior wieder an, die den Jungvogel anscheinend vertrieben haben, was aber niemand mit eigenen Augen hat beobachten k¨nnen. Vielleicht hat er auch aus eigenem Antrieb das Weite gesucht.

Ein Kapitel ist also zu Ende. Paul Géroudet, einer der Begründer des Projektes, hatte Recht: der Bartgeier kann sich heute noch, am Ende des 20. Jahrhunderts selbst in unseren von der Zivilisation und dem Massentourismus heimgesuchten Alpentälern ernähren und vermehren. Es gilt nun zu wissen, wieviele Junggeier von der FCBV noch im Alpenraum ausgesetzt werden müssen, um eine unabhängige überlebensfähige Geierpopulation zu schaffen, die trotz aller Unsicherheitsfaktoren und menschlichen Einflüssen weiter existieren kann, ohne dass die Teilpopulationen durch Isolierung oder Inzuchtsprobleme nacheinander zusammenbrechen. Wahrscheinlich werden noch viel Energie und Mittel in dieses Projekt investiert werden müssen. Die Ereignisse von 1997 zeigen uns jedoch, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Unser Dank gilt denen, die uns diesen Weg gezeigt haben.




Bibliographie


APEGE (Agence Pour l'Etude et la Gestion de l'Environnement) (1997): Communiqué de presse - Reproduction in natura de Gypaètes barbus dans les Alpes françaises.
FCBV (Foundation for the Conservation of the Bearded Vulture) (1997): Le Gypaète dans les Alpes. Wien.
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LÜCKER,L.(1997): Première tentative de nidification d'un couple de Gypaètes barbus Gypaetus barbatus issus de réintroduction dans les Alpes et remarques comportementales. Nos Oiseaux 44:193-204


Autor: Lutz LÜCKER, chemin du Fort-de-l'Ecluse 5, CH-1213 Petit-Lancy - Tel./Fax 0041-22-792 84 62

# Posté le jeudi 16 février 2006 08:45

Modifié le mardi 10 juillet 2007 09:22

Birding in Morocco 9th-18th April, 2004

Birding in Morocco 9th-18th April, 2004
A birding trip report

The same report with many photographs is on
http://www.birdnet.de/travel/travel-a05-2.htm
and
http://www.birdtours.co.uk/tripreports/morocco/morocco9/mor-ap-04.htm

Lutz Lücker – Petit-Lancy/Geneva
Daniel Nussbaumer – Neuchâtel

Journey and weather

Since we had less than 10 days for a 3400 km trip, we spent a lot of time driving and observing, very little on photography. Weather was mostly dry, just a few drops at night in Merzouga and rain in Zeida on the evening/night of the 15th. The only drawback was the wind that was a bit too strong on every other day. We managed approx.160 species. Not bad in those circumstances.

We arrived in Casablanca airport and hired an air-conditioned Toyota Corolla from Hertz. Tyres a bit worn but no punctures on 150 miles track driving. Excellent 4-door car. Avoid choosing 3-door cars (when handling telescopes on tripods) and 5-door ones (boot easy to burgle)! NEVER leave anything "interesting" (=ANYTHING) on the car seats!
Route: roughly Casablanca-Agadir- Oued Massa -Taroudannt-Ouarzazate-Zagora (and back)-Boulmalne Dades -Tinerhir- Gorges du Todra -Touroug-Jorf-Rissani-Merzouga- Erg Chebbi Dunes -Erfoud- Er Rachidia -Rich-Midelt-Zeida- Col de Zad -Azrou-Ifrane-Mischliffen-Meknes-Rabat- Sidi Yahya Zaër -Casablanca.

Target species

Having never been to Morocco, our main goal was to see a wide variety of habitats and to take anything as a bonus. Due to the windy weather conditions we missed a few, mostly small birds like Fulvous Babbler (Akaziendrossling), Mourning Wheatear (Schwarzrücken-Steinschmätzer), Desert (Wüsten-) and Tristram's Warbler (Atlasgrasmücke), and dipped on others because we did not arrive at their stakeout at the right time of day (Pharaoh Eagle Owl (Uhu), Double-spurred Francolin….). Well, one needs some reasons to come back….
What we did find were all the 14 lark (Lerchen) species (including Dupont's, which we found within 10 minutes in broad daylight,) and 100+ Bald Ibis (Waldrapp). So let's not complain! The only gen we could rely on were other trip reports we found on the internet. Alas, this has become all too easy which means more and more disturbance (for the Ibises and others…)! actually we did not see any uncommon birds for Morocco so this report is just a small supplement to all the others.

8th April
Missed the Oualidia road and found ourselves on the way to Settat. Went on to Khemis-Zemamra via Sidi-Bennour . Saw a few Collared Pratincoles (Rotflügel-Brachschwalbe) there. Arrived at TAMRI , 60 kms north of Agadir shortly before sunset. First Bulbuls, African race Chaffinch (Buchfink) and Pallid Swifts (Fahlsegler). And sure enough, soon there was a Bald Ibis (Waldrapp) flying across the fields and sand dunes. So we decided to stay put and did not regret it. More and more ibises came along, flying close by, one landing and feeding barely 50 yds away from us. A rare, antediluvian sight! You could actually see that birds do stem from dinosaurs! We saw a few people with bins going down to the shore and decided to have a look at what they were after. Soon, three 4-wheel drive cars overtook us, disappearing behind a dune. Some time later, a 4th Landrover with 2 policemen, who did not even look at us, arrived. Then, a flock of 30 Ibises appeared, whirling around the spot where the cars had been heading. A few yards further down the path we realized to our surprise (and dismay) that we had stumbled over the biggest colony in the world! The three Landrovers sped past us, the policemen and another plainclothes man went VERY close to the colony, disturbed the birds and talked amiably to a few people we had not seen before and then went back to the main road. We did not understand anything!
As it was getting dark we concentrated on the sand cliff where about 60 ibis pairs were rearing their (quite big) chicks, together with maroccanus Cormorants (Kormoran), Rock, Doves (Felsentaube) AND –surprise!- a Barbary Falcon (Wüstenfalke) on its 3 eggs! Finally, night falling, the reserve warden, who had been sitting just a few yards above the colony with the 3 other birders, told us to leave, what we did, being at least sure that we were the only people who had not deliberately disturbed the birds. Funny business!
Night in Hotel Tivoli in Agadir with garden Bulbuls (Graubülbül). Very nice but not very cheap.

9th April:
Early morning start to Oued Massa Reserve. Coffee at the hotel in Sidi Rbat, overlooking the beach with plenty of Audouin's Gulls (Korallenmöwe) and a few Kentish plovers (Seeregenpfeifer). The first House Buntings (Hausammer) and at least 4 Moussier's Redstarts (Diademrotschwanz) in the area. A few Gannets (Baßtölpel) off shore. No rare Terns (Seeschwalben) along the shore so we made for the track along the river where a kind warden received us to show us a sunbathing Little Owl (Steinkauz). Some way upstream, 29 Glossy Ibises (Sichler), 1 Flamingo, 1 Spoonbill (Löffler), 3 Marbled Duck (Marmelente). A pleasant, whistling song from the bushes reminded us that this was THE place for Black-crowned Tchagra (Senegaltschagra). And there he was, sitting atop a bush in the strong breeze. Smashing bird! We were to hear 3 or 4 more, but invisible ones. We had the first of many Red-rumped Swallows (Rötelschwalbe), a Montagu's Harrier (Wiesenweihe), 2 Night Herons (Nachtreiher), a few algeriensis Southern Grey Shrikes (Raubwürger), then we flushed 2 Barbary Partridges (Felsenhuhn) (poor views only…), and saw a lovely mauretanicus Magpie (Elster). 1 Squacco Heron (Rallenreiher) near Massa village bridge. Went down to Taroudannt but saw nothing special due to the stormy winds. Night in Agadir with Audouin's Gulls (Korallenmöwe) seen from our balcony!

10th April:

Decided to make headway to Ouarzazate. Found a very dead Red-necked Nightjar (Rothals-Ziegenmelker) on the road to Oued-Issène where we spotted a splendid Lanner Falcon (Lannerfalke) pounding on some hapless bird. In Taroudannt, first Little Swifts (Haussegler), Pallid Swifts (Fahlsegler), more Red-rumped Swallows (Rötelschwalbe), White Storks (Weißstorch), House Buntings (Hausammer). At the foothills 3 km north of the Igoudar T-junction, 1-2 Short-toed Eagles (Schlangenadler), 1 Long-legged Buzzard (Adlerbussard) and the first Black Wheatear (Trauersteinschmätzer). But no Dark chanting Goshawks (Graubürzel-Singhabicht) or Tawny Eagles (Savannenadler)! Near Oulad-Berrehil, we counted migrating 500 Black Kites (Schwarzmilan) in 20 minutes, and some time later, the whole Souss valley was crowded with those big birds struggling against the strong Atlantic winds. There must have been a "flock" of more than 1000, an unforgettable sight!
From the Aoulouz bridge we spotted …. 1 Spotted Crake (Tüpfelsumpfhuhn), Crag Martins (Felsenschwalbe), Red-rumped Swallows (Rötelschwalbe), 1 Squacco Heron (Rallenreiher), 3 Booted Eagles (Zwergadler). At Taliouine 1 Short-toed Eagle (Schlangenadler). West of Tazenakht first Red-rumped Wheatears (Fahlbürzel-Steinschmätzer) (1 Black), north of the town the first singing Desert Larks (Steinlerche). At dusk, in the oued 15 km west of Ouarzazate, approx.50 White Storks (Weißstorch).
Night at (good but nightjarless) Hotel Le Zat.

11th April:

On the El Mansour dam road a family of 4 Black Wheatears (Trauersteinschmätzer) + more Desert Larks (Steinlerche). In a wadi and a village before Tizi-n-Tinififft pass (1660m) Tawny Pipits (Brachpieper), Bonelli's Warbler (Berglaubsänger) and the first of many White-crowned black Wheatears (Saharasteinschmätzer). Just outside Agdz 1 Barbary Falcon (Wüstenfalke), further SE 2 Blue-cheeked Bee-eaters (Blauwangenspint) chasing insects in the river bed, a lovely subpersonata White Wagtail (Bachstelze), a singing contest of 3-4 Olivaceous Warblers (Blaßspötter), 1 Cetti's Warbler (Seidensänger), and 30+ Rock Doves (Felsentaube) along the cliffs. 1 mile before Tanzikht a family of Barbary Ground Squirrel, a calling Barbary Partridge (Felsenhuhn) but no falcons!
We drive through Zagora until the sand dunes of Tinfou where we choose the Porte du Sahara Hotel in the middle of the desert. Not expensive, off the main road, no need of a car to go birding. The German owner, having just bought an astronomic telescope, readily switches off the lights in late evening so that we can watch millions of stars. The sky is just unbelievable…
We hear a Stone Curlew (Triel), see 2 Desert Larks (Steinlerche), a possible Brown Raven (Wüstenrabe) at the river 2 miles down the road. A White-crowned black Wheatear (Saharasteinschmätzer) is the local housekeeper.

12th April:

Early morning start. We quickly find 3 Cream-coloured Coursers (Rennvogel) (1 with a fledged chick), 500 yds from the hotel, later another group of 11 by the dunes. Several Hoopoe Larks (Wüstenläuferlerche) perform stunning display flights. The first Bar-tailed Desert Larks (Sandlerche) and the first (all female) Desert Wheatears (Wüstensteinschmätzer). We drive back north where we find 4-5 roadside Trumpeter Bullfinches (Gimpel) 1 km SE of Tazikht. Nice male Desert Wheatears (Wüstensteinschmätzer) on the N shore of the El-Mansour Lake with 1 Blue-cheeked Bee-eater (Blauwangenspint). East of Skoura (km 45) 4-5 more Desert Wheatears (Wüstensteinschmätzer), 2 Bar-tailed Desert Larks (Sandlerche), 1 Tawny Pipit (Brachpieper) (still no eagles…)! At km 38, 1 or 2 Calandra Larks (Kalanderlerche) and more Desert Larks (Steinlerche). At dusk we drive to the famous Tagdilt track after finding the Hotel Soleil Bleu (birding log!) in Boulmalne Dades. We spot our first Temminck's horned Lark (Saharaohrenlerche) and one of several Hoopoe Larks (Wüstenläuferlerche). But it is still too windy…

13th April:

Early morning start. We had to tell the staff at Hotel Soleil Bleu that we needed the doors (and gate) to be opened at 5.20h, otherwise we'd have been stuck inside!
Along the Tagdilt track (and the tarmaced road to Ikniounn) we hear several Temminck's horned Larks (Saharaohrenlerche) and Hoopoe Larks (Wüstenläuferlerche), a pair of which start mating while we watch…. A flock of 7 Crowned Sandgrouse (Kronenflughuhn) fly just over our heads, the only sandgrouse of the trip!
Suddenly, a bird on a rock turns out to be a stunning male Thick-billed Lark (Knackerlerche) which even performs a few whistles of its extremely inconspicuous song. A Long-legged Buzzard (Adlerbussard) is mobbed by two NorthernWheatears and there are more Desert Wheatears (Wüstensteinschmätzer) and Red-Rumped Wheatears (Fahlbürzel-Steinschmätzer). After breakfast we return to a parallel track that ends in a large pool of water from some irrigated fields. But we find an empty Hoopoe Lark (Wüstenläuferlerche)'s nest and spot 4-5 Montagu's Harriers (Wiesenweihe) one of which is a suberb male of the melanistic form.
Afternoon in the Gorges du Todra. Only a few Rock Doves (Felsentaube), several Blue Rock Thrushes (Blaumerle) and commoner species. The first Nightingales (Nachtigall) in the exquisite palm groves of Tinerhir.
On our way to Rissani we pick up Nourdine El Jakani, a young Berber camel driver, who leads us to the Auberge Lahmada, a few yards from the famous Erg Chebbi dunes near Merzouga. He knows all the tracks by heart and we arrive at sunset without getting stuck in quicksand or breaking an axle. Nourdine knows the area like the back of his hand and can be contacted under eljakaninourdine@yahoo.com !


14th April:

After an unproductive but beautiful sunrise (just a few migrants like Subalpine Warblers (Weißbart-Grasmücke), Bonelli's Warblers (Berglaubsänger), Nightingales (Nachtigall), speculigera Pied Flycatcher (Trauerschnäpper), Olivaceous Warbler (Blaßspötter) and Wood Warbler (Waldlaubsänger) in the shrubs and gardens behind the famous neighbouring Café Yasmina and our hostel we have breakfast with 2 Desert Sparrows (Wüstensperling) that seem to be after our breadcrumbs.
Then we decide to take Nourdine with us to have a look at an Oasis and a lake. In a minute palm grove near the Café Erg Chebbi there are 7-8 more Desert Sparrows (Wüstensperling) as well as a Brown Raven (Kolkrabe). The oasis proves surprisingly unproductive (except for a few Palm Doves (Palmtaube)/Laughing Doves (Palmtaube)) but the Dayet Srij lake near Merzouga (good track from the last (pink) house of the village) holds 86 Flamingoes, 70 Marbled Teal (Marmelente), 160 Ruddy Shelduck (Rostgans), lots of Black-winged Stilt (Stelzenläufer) and there is an elegans Southern Grey Shrike (Raubwürger Unterart) in the shrubs. But no Desert Warblers (Wüstengrasmücke)! At sunset we are on the dunes again. But the only bird worth mentioning is…. a lone Ruddy Shelduck (Rostgans)!

15th April:

We return to Café Yasmina where we spot 1 female Desert Sparrow (Wüstensperling), a few migrants in the bushes as well as a fabulous Rufous Bush Robin (Heckensänger) which puts on a great show. We leave the area just in time,driving just ahead of a middle-sized sandstorm. On our way to Erfoud we see 3 more Brown Raven (Wüstenrabe) near the track between Auberge Lahmada and Café Erg Chebbi. Near the end of Rissani village 2 Blue-cheeked Bee-eaters (Blauwangenspint) careen after insects in the palm grove; we see another one north of Erfoud. The blue source of Meski costs us a 5 Dirham parking fee for a few Olivaceous warblers (Blaßspötter), Cetti's Warbler (Seidensänger) and a second subpersonata White Wagtail (Bachstelze). Around Er Rachidia, lots of European Bee-Eaters (Bienenfresser) on migration, two very flat ones on the road. In the Gorges du Ziz we see a Peregrine (Wanderfalke) type falcon (that might have been a Barbary, but no Tristram's warblers (Altlasgrasmücken)…Too windy!) After Tizi-n-Talrhemt pass it gets bitterly cold. We arrive in the steppe 2 miles S of Zeida 30 mins. before the sun disappears behind the clouds abouve the snow-covered High Atlas. My friend Daniel who is still wearing his desert outfit has to make a thorough change of clothes while I play the car radio tape recorder with Dupont's Lark (Dupontlerche). We drive on for a few minutes, come back to the same spot,…. and there it is, the mythical hide-and-seek bird, running across the road, perching on a grass cluster and singing its head off in broad sunlight! No more need to get up at five! We get a cheap but very modest room at the only "hotel" in Zeida (no hot water, tiny washbasin, shower drain clogged…) and a warm evening meal in one of the village's inns. Rain during the night.


16th April:

After breakfast we check on the Dupont's Larks (Dupontlerche) at 9, and sure enough, there are still 3 singing males around with "our" bird performing exactly where we left our orange peels on the previous evening. They seem to be common birds in this area which also holds Lesser short-toed Larks (Stummellerche) and Red-rumped Wheatear (Fahlbürzel-Steinschmätzer).
On we go and up into the Middle Atlas. Nothing special at the Aguelmane Sidi Ali but the large high plateau marshes between the lake and the Col de Zad pass abound with white Storks (Weißstorch) and Ruddy Shelduck (Rostgans). The area by the small lake 1 mile N of the pass holds Rock Sparrow (Steinsperling), both Blue Rock Thrush (Blaumerle) and Rock Thrush (Steinrötel), lots of beautiful Seebohm Wheatears (Atlas-Steinschmätzer), Red-billed Chough (Alpenkrähe), Peregrine (Wanderfalke), Atlas Shore Lark (Ohrenlerche), and a Ruddy Shelduck (Rostgans) family of 11.
We drive back to the pass and spend 2 hours looking for Levaillant's Woodpecker (Atlasgrünspecht). A hard piece of work but we do find him on top of a Cedar-covered hilltop half a mile west of the pass. Several Moussier's Redstarts (Diademrotschwanz), stunning ultramarinus Blue Tits (Blaumeise), Rock Bunting (Zippammer), and lots of coniferous wood species. But the most magnificent thing are the majestic Cedar giants, dead or alive!
We continue towards Azrou (1 Booted Eagle (Zwergadler)) and find an even more cooperative Levaillant's Woodpecker on the far side of Dayet Aoua lake, 400 yds. before the entrance of a royal compound. Lots of (breeding) Crested Coot (Kammbläßhuhn) on the lake, and before we go to our Hotel Le Chamonix in Ifrane, we spot 6 Rollers (Blauracke) on the wires along the road by the lake!

17th April:

More than 200 miles to go back to Casablanca! Before breakfast, short stroll through Ifrane. There are Lesser Kestrels (Rötelfalke) everywhere! More than 30! Pallid Swifts (Fahlsegler) abound, ultramarinus Blue Tits (Blaumeise) in the alleys and a big Cattle Egret (Kuhreiher) colony in one of the parks. On the way to Lake Dayet Iffer, 1 Booted Eagle (Zwergadler) and numerous Black Kites (Schwarzmilan) throughout the area. On the lake more than 100 ducks, mostly Shoveler (Löffelente), 50 Black-necked Grebes (Schwarzhalstaucher), 2 Ruddy Shelduck (Rostgans), numerous Crested Coot (Kammbläßhuhn), some with chicks, 1 more Booted Eagle (Zwergadler), 1 Long-legged Buzzard (Adlerbussard), Black Wheatear (Trauersteinschmätzer), Seebohm's Wheatear (Steinschmätzer), a few waders, our only Spectacled Warbler (Brillengrasmücke)…and 4 Wood-Pigeons! Some miles further, 1 Short-toed Eagle (Schlangenadler).
We drive towards the Tizi-n-Tretten pass (1934 m), get the first of many Woodlarks (Heidelerche), 1 more Long-legged Buzzard (Adlerbussard); on the wires along the road to Mischliffen 4 more Rollers (Blauracke), Rock Bunting (Zippammer), as well as roadside Cirl Buntings (Zaunammer). 2 miles before Lake Afenourir , 2 more Rollers (Blauracke), Skylark (Feldlerche) (!) and 3 more Long-legged Buzzards (Adlerbussard). Raptor day…! But we miss a right turn track towards the lake and then thick fog closes in on us….
We choose to drive to Rabat as quickly as possible to get to the Double-spurred Francolin (Doppelspornfrankolin) stakeout south of Sidi Yahya Zaër before dusk. 22 and 23 km before Rabat we spot 2 Black-winged Kites (Gleitaar) but cannot stop on the motorway. Which was no real problem because when we arrived in the area between Sidi Yaha and Sidi Bettache (0.5-5 km south of the Skhirat T-junction) we had not only 2 but 3, then 4, and perhaps a fifth Back-shouldered Kite (Gleitaar)!!! One alighted in a tree and was mobbed (as we found out on our photos later) by a female Cirl Bunting (Zaunammer). We also saw the 6th Long-legged Buzzard (Adlerbussard) of the day, 2 more Booted Eagles (Zwergadler), heard a Golden Oriole (Pirol), and flushed 2 Barbary Partrige (Felsenhuhn), but the Francolins remained invisible…
That was a splendid finale of an unforgettable trip.
Hotel in nightmarish downtown Casablanca, a few Little Swifts (Haussegler) at the airport in the morning, and it's Bye-bye until the next time which – Inch Allah – is sure to come!

# Posté le jeudi 16 février 2006 08:39

Modifié le mardi 10 juillet 2007 12:36

Great grey, brown and white Owls.A trip to Lapland-Voyage en Laponie

Great grey, brown and white Owls.A trip to Lapland-Voyage en Laponie
(Strix nebulosa)


4th journey from S Sweden to the Barents Sea - July 2003
Report on a birding trip

The same report with lots of pictures is on
http://www.birdnet.de/travel/travel-e07-1.htm#barents

Introduction

Travel:
By car from Geneva. Petrol less expensive in Finland, most expensive in Norway.
Crossed Baltic Sea at Fehmarn (Puttgarden/Rödby) and Helsingör.
Beware! In late July, waiting queues in Rödby can be long; better use the bridge near Odense..

Maps :
Used mainly the Norwegian Cappelens 1 :400.000 Troms og Finnmark map (main reference for this report). For local use the 1 :250.000 Statens vegvesen VERGKAART, blad 21 (Varanger) is very good. There are better maps for hikers (1 :50.000), but very small and expensive. An excellent bargain is the Statoil Scandinavia atlas NORDEN for 200 skr: the whole of Scandinavia on a 1:300.000 scale! But it does have some imperfections: a yellow road may turn out to have thousands of potholes, a red one may not be tarmaced.

Daily route, weather and highlights
I had only one day with persistent drizzle, otherwise only a few, sometimes heavy showers and lots of days without a single drop. Above all, there were only few mosquitoes in Arctic Scandinavia this year, not more than in central European wetlands!
I spent most nights camping rough or in the car, except for the last 12 nights in T.Kristoffersen's house on Store Ekkeroya. I am very much indebted to him.
My main target species was Great Grey Owl (Chouette lapone); I managed to see it on the third day; the rest I considered as a bonus!
It was a little too late for passerines so I did not go to the Pasvik valley this year, preferring to explore a high tundra plateau more thoroughly. One cannot do everything at the same time. Distances are just too far in the Arctic!
I will include a few observations made by my German friends Uli Eidam and Karl-Heinz Heyne, as well as by my French friends Marc Crouzier and Francis Desjardins. Many thanks to all as well as to Bo Fagerström and Ove Stefansson, for their help!

28th June:

Arrival at Store Mosse National Park. 1 Whooper Swan (Cygne chanteur), 6 Crane (Grue cendrée), displaying Snipe (Bécassine des marais), 1 Osprey (Balbuzard pêcheur). 9 roadside cranes (Grue cendrée) S of Hillerstorp, 2 more near Mjölby. Sunny + showers. The usual Arctic Divers (Plongeon arctique) by Högbäcka car park N of Gävle, 25 km S of Hudiksvall 2 Whooper Swans (Cygne chanteur).

29th June :

16 Lesser White-fronted Geese (Oie naine) at the traditional moulting site in Hudiksvall. I stayed at Bo Fagerström's, a doctor I had met 15 years ago back home near Geneva. Cool, windy and rain showers. Fair later

30th June :

Arrived in Boden early morning. A singing Rustic Bunting (Bruant rustique) near Holstvatnet (Klarträsk)/Ljusa and Little Gulls (Mouette pygmée) on the river. 1 female Elk by the road near Kvarnbo. Afternoon at Ove Stefansson's, the Swedish specialist for Great Grey Owls (Chouette lapone). He led me to an enormous Goshawk (Autour des palombes) nest with 2 young owls (still too little to jump) and the big Female watching us from a distance of 40 yards. A great, magical moment. The male must have been close because the female and the chicks started begging but it was impossible to get a glimpse of this stealth vagabond of the Northern Forest. First Bohemian waxwings (Jaseur boréal) and Red-backed Shrikes (Pie-grièche écorcheur). As there was time left, we drove 40 km to check on some Ural owl (Chouette de l'Oural) chicks that had jumped from their nest box a few days ago. After a long search we found one 500 yards further on with both his parents at close range... but no, they did NOT attack! An unforgettable evening without a single cloud !

1st July:

On to Kemi, then,10 km W of Pudasjärvi, the first female Capercaillie (Grand Tétras) with 3 chicks. Another female elk near Ranea. Next stops: Peranka, Juntusranta. Just before Martinselkonen Brown Bear Reserve, a female Blackcock with her chicks. Everything worked according to schedule! I arrived just in time at the Wilderness Centre, 1 km from the Russian border, Lunch at 15.00 h, departure at 16.oo h. After 20 min. drive and 30 min. walk through dense spruce forest, we (9 people) arrived at 2 log cabins for up to twelve (reclining seats, beds for 6, toilet...), and a few moments later the first Brown Bears (Ours brun) arrived to feed on fish offal. More and more arrived (up to 5 simultaneously) until a 300-kilo alpha male chased them briefly away. But there were no skirmishes or open conflicts. One rare bird for Northern Finland: a Black Kite (Milan noir)! Heard a male Willow Grouse (Lagopède des saules) call. Since it never got really dark, video filming was possible all night. The last bear vanished at 6 am and we could retreat for a copious breakfast. According to our guide we had seen at LEAST 10 different bears! Spent all morning in bed. Cost: all in all 170 Euros. More details from www.finnature.com!

2nd July:

In Kuusamo 14 Smew (Harle piette) from Bird tower (at SW edge of Toranki Lake), on to Ruka, Virkkula road, Kontainen and Valtavaara hills. Arrived at 2 p.m., too windy, no birds. Went via Sondankylä to Petkula bog. The usual 2 Whooper Swans (Cygne chanteur) and Curlew (Courlis cendré) at the car park, the first flock of 10 Wood Sandpipers (Chevalier sylvain) and a Willow Grouse (Lagopède des saules) family S of the crossroads near the bird tower. Waited until 10.30 p.m., then used car tape recorder to lure the elusive Broad-billed Sandpiper (Bécasseau falcinelle)...and it worked! Two displaying males flew just over my head several times. Splendid! Hadn't seen any for more than 30 years! Night in Sompio Nature Reserve with a male Willow grouse (Lagopède des saules) and 3 chicks by the car park.

3rd July :

1 female Capercaillie (Grand Tétras) in Sompio park. Arrived at 7 a.m. on top of Kaunispää Hill. Wanted to have breakfast 100 yds. from the Skier's restaurant. Difficult job because there was a family of about a dozen Willow Grouse (Lagopède des saules) on the one side of the car and a male Dotterel (Pluvier guignard) with 3 chicks on the other!!! No Gyrfalcons (Faucon gerfaut) at the Kevo National park site; just a calling Merlin (Faucon émerillon), a Rough-legged Buzzard (Buse pattue) and (the only) Siberian Jay (Mésangeai imitateur). Two young Gyrfalcons (Faucon gerfaut) at the Tana Valley site, fed by an adult, probably the male at 7.30 p.m. . (Both sites have been repeatedly published on the Internet; I do not want to contribute to the birds' fame....) Beautiful morning but fresh and overcast later. Night in car.

4th July :

Uneventful rainy day spent in car reading. Only one Gyrfalcon (Faucon gerfaut) feeding scene at 9.10 a.m. Met F.Desjardins who had seen a Hawk Owl (Chouette épervière) twice, 19 kms north of Tana (eastern riverside). Another had been seen on the western side at km 29. I dipped on both repeatedly. (Cool, windy and rainy)

5th July:

A 1000+ Goosanders (Harle bièvre) and Mergansers (Harle huppé) at Hoyholmen (Tana mouth). First 3 Temminck's stints (Bécasseau de Temminck), 1 imm. White-tailed Eagle (Pygargue à queue blanche) on the sand banks. Another Rough-legged Buzzard (Buse pattue) near Gednje (on Batsfjord road), 8 Long-tailed duck (Harelde boréale) at Gednje crossroads, first Snow Buntings (Bruant des neiges)! There were lots of rodents on the Varanger coast this year (except Mountain Lemming...), but not on the high plateaus.
Went to see my friend S.Kraatz's study area in the Gednje area. Spotted 1 Dotterel (Pluvier guignard) immediately. Later, 2 females and 1 male were feeding simultaneously; the male then disappeared. The females spent a lot of time calling and flying around. Overcast, cool.

6th July:

Worst day of my 5-weeks' stay. Cold, windy and drizzly. Found a pair of Willow Grouse (Lagopède des saules) in this universe of only inch-high vegetation with NO scrub or dwarf bushes anywhere. Discovered a male dotterel (Pluvier guignard) with 3 chicks at 9.30 a.m. but had to watch them from a distance because of the cold. Brooding periods 4-5 times longer than feeding. First long-tailed Skua (Labbe à longue queue). Night in Havly Hotel in Batsfjord.

7th July:

Spent rainy morning writing e-mails at Fywillighetscentren in Batsfjord (small fee). First Steller's Eider (Eider de Steller) at river mouth, a flock of Twite (Linotte à bec jaune) near the harbour with the usual whitish-winged Herring Gulls (Goéland argenté) (Glaucous x Herring hybrids?). Back to Gednje area to see what was happening in the study area I had followed since July 2000.
Huge Snowdrifts on the mountain slopes and large ice floes on one lake. Summer had not started yet, it seemed. After a short walk, a nice surprise: immediately I caught sight of 3 female Dotterels (Pluvier guignard) that disappeared in the scree. Spent an hour or so looking for them on the vast, wet mountainside when I flushed.... this beautiful immature male...... SNOWY Owl (Harfang des neiges)!!! I remembered that someone had seen this species not far away in 2002. Spent whole afternoon and evening watching the big bird. It hunted very little and did not catch anything. I systematically looked for pellets around its perches (some of which were used repeatedly) but found none. First Shore larks (Alouette haussecol), Lapland Buntings (Bruant lapon), Dunlins (Bécasseau variable), Turnstones (Tournepierre à collier), Long-tailed (Labbe à longue queue) and Arctic Skuas (Labbe parasite), Golden Plovers (Pluvier doré) and a male ptarmigan (Lagopède alpin) (half a mile from the nearest snow drift), a very curious but elusive Purple Sandpiper (Bécasseau violet). Afternoon dry, evening sunny with showers, night in car.

8th July:

Lots of Dotterels (Pluvier guignard) this morning: 3 individual females, a flock of 3... and a wandering male who seemed to be so intrigued by my appearance that I suspected he was having a problem. Sure enough, after 10 min. he squatted on his clutch, less than 100 yds from the spot where I had found my first nest in 2000, again just a few feet from a derelict reindeer fence. The Snowy owl (Harfang des neiges) was sitting on the same rock as it had been on when I had gone to sleep! It seemed to have a very small range of action and lots of long-standing habits so it was easy to find in mornings and evenings. But it was invisible once the weather got hot.
The place could be as still as an empty recording studio when the wind died down and the mosquitoes had not yet realized their luck. Not a sound except the blood in your veins! But I counted no less than 26 species within a few days in a 3-sq.mile area at an altitude of approx. 400 m a.s.l.! Besides the ubiquitous Ringed Plovers (Grand Gravelot), there were Herring Gulls (Goéland argenté), White Wagtails (Bergeronnette grise), Redwings (Grive mauvis), Redpolls (Sizerin flammé), Wheatears (Traquet motteux), Raven (Grand Corbeau), a Red-throated Pipit (Pipit à gorge rousse) and even a White-tailed Eagle (Pygargue à queue blanche) that had followed a Salmon river to its source and descended another one on the other side of the pass. Sunny but cool. Night camping rough.

9th July:

When checking on "my" breeding Dotterel (Pluvier guignard) I spotted another (adult male) Snowy Owl (Harfang des neiges) about ¾ mile west to the nest. I had just left "my" imm. Snowy Owl (Harfang des neiges) ¾ mile to the east! When the Owl disappeared after some time in the opposite direction I walked back to "my" owl and found it 50 yds from where I had left it 45 mins. before. So there WAS another owl here! And perhaps there had been a breeding pair in 2002 or 2001! Sadly, in spite of miles of search walks I never found the adult owl again!
Went back to the lake at km 3.5 east of Gednje. 3 Long-tailed Skuas (Labbe à longue queue), one of which seemed to be breeding. I managed to get as close as 7 ft. ... but there were no eggs! Those birds just like to lie down when they rest. More singing Lapland Buntings (Bruant lapon), Shore larks (Alouette haussecol) and Red-throated Pipits... Drove back to the Tana valley to check on the Gyrfalcons (Faucon gerfaut). Sure enough, the young birds had left the eyrie and were difficult to find in the cliffs, not always sitting on the edge.
Sunny and cool on the Fjell, hot by the river, lots of small flies and big gnats, insect-eating Skuas at 9.50 p.m.!

10th July:

Back to the Gyrfalcon (Faucon gerfaut) site. The juveniles have moved half a mile down south and are more difficult to see. One adult perches on the edge of the cliff and has a long nap. I meet a French family of five, the Crouziers. They had been looking for the falcons at the wrong spot and are happy to be told where to look. As they are also heading for the Kongsfjord-Batsfjord area I offer to show the children a Dotterel (Pluvier guignard). On the way up we see Rough-legged Buzzard (Buse pattue), a family of 7 Long-tailed duck (Harelde boréale) and 2 Scaup (Fuligule milouinan), as well as a lost Greater Black-backed Gull (Goéland marin). We find the Dotterel (Pluvier guignard) all right and then –surprise (because I had not told them anything) – there it is, Harry Potter's Bird, the legendary Snowy Owl (Harfang des neiges). Sometimes it is nice to see so many happy faces. It is of course out of the question to sleep elsewhere! (Cloudy and fresh/ morning, sunny and warm/ evening....)

11th July

The Crouziers are leaving and I stay to look for more Snowy Owls...to no avail. More long-tailed skuas (Labbe à longue queue) and a Common Gull (Goéland cendré). Drive to Berlevag. 5 male Scaup (Fuligule milouinan) 1 km N Gednje, Sunny but very windy and fresh on coast. No mosquitoes!

12th July

Still both juvenile Gyrfalcons (Faucon gerfaut) in Tana valley. Meet R.Förster from Germany who is in a hurry to do some backpacking in Swedish no-man's land. Very long chat. Find a roadside nest of a Red-throated Diver (Plongeon catmarin) W of Gednje. Arrive at Nesseby/Varangerfjord. Dip on 2 ad.Sabine's Gulls (Mouette de Sabine) and a White-billed Diver (Plongeon à bec blanc) but find a flock of 20 Steller's Eider (Eider de Steller); 10 times more than last year! Sunny and warm, rain late evening.

13th July:

80 odd Red-necked phalaropes (Phalarope à bec étroit) on Vadsoya's big pond, with 2 Little stints (Bécasseau minute) (breeding, according to M.Crouzier). A Ruff (Combattant varié) tries to mislead me faking a broken wing. No Steller's at Salttjern this year but a White-tailed Eagle (Pygargue à queue blanche) on a pole and an Arctic Redpoll (Sizerin blanchâtre) in the Willow scrubs. A juvenile Great Northern diver (Plongeon imbrin) between Golnes and Ekkeroy, more eagles. At least 6 Black-throated Divers (Plongeon arctique) between Krampenes and Skallneset (no Snowy owls (Harfang des neiges) there...), Rough-legged Buzzard (Buse pattue) at nesting site, and at least 9 fem. King Eider (Eider à tête grise). One more at Indre Kiberg with 4 Long-tailed duck (Harelde boréale) and 5 Common Scoter (Macreuse noire).
Another Arctic Redpoll (Sizerin blanchâtre) and a Sedge Warbler (Phragmite des joncs) in Kramvik. Further on, a juv. White-tailed Eagle (Pygargue à queue blanche) on the old eyrie with its parents close by. Night in view of the eagles' nest...(Sunny and warm...)

14th July:

Lots of Redpoll (Sizerin flammé) at Indre Kiberg with one Arctic Redpoll (Sizerin blanchâtre). 1 more Rough-legged buzzard (Buse pattue). I drive on and pass Vardö; a Skylark (Alouette des champs) near Persfjord is a surprise. 2 more eagles on the rocky beaches. One perches obligingly near the car. Since it is not too hot, the photos are great! 7 King Eider (Eider à tête grise) (young m. and fem.), 30 odd Long-tailed ducks (Harelde boréale). Before arriving in Hamningberg it gets very windy; I see 25 gannets (Fou de Bassan) and 3 Fulmars (Fulmar boréal), one "Blue"-phased bird. In H., 25 more Fulmars (Fulmar boréal), 2 more eagles and 8 Brünnich's Guillemots (Guillemot de Brünnich) that fly home to the Syltefjord colony. Back to Skallelv where I count a 100 odd Common Scoters (Macreuse noire), and in the bays of Ekkeroy 4 Red-throated divers (Plongeon catmarin), 6 more Black-throated divers (Plongeon arctique) and the imm. Great Northern. Sunny, fresh + windy)

15th July:

4 King Eiders (Eider à tête grise), 10 Black-throated Divers (Plongeon arctique) and 1 swimming Fulmar (Fulmar boréal) between Ekkeroy and Krampenes. ( First fair, then rain...)

16th July:

15 Bar-tailed Godwits (Barge rousse), 1 Steller's Eider (Eider de Steller) and Lapland Bunting (Bruant lapon) on Ekkeroy. Fog arrives. Drive to Nesseby, expecting to see sea birds. Only 2 Gannets (Fou de Bassan) and 4 Fulmars (Fulmar boréal) (1 "blue" phase), as well as 14 Steller's Eiders (Eider de Steller). (Fair, then foggy, drizzle + rain later....)

17th July:

Several eagles at Mortensnes and Salttjern. One Little Stint (Bécasseau minute) on Vadsoya with 3 Sand Martins (Hirondelle de rivage). Cloudy, fresh, showers...

18th July:

3 eagles between Krampenes km 11 and Salttjern. On Storskog plateau (N Krampenes)1 Arctic Redpoll (Sizerin blanchâtre), Lapland Bunting (Bruant lapon), Shore lark (Alouette haussecol), Golden Plover (Pluvier doré) and Whimbrel (Courlis corlieu) families. I learn the strange call of a flock of 5 Common scoter (Macreuse noire) on the lake. No Snowy Owls (Harfang des neiges)! A nearly fully fledged but still downy juv. Dunlin (Bécasseau variable) on Ekkeroy where I meet the Alber family from Brittany. (Fair, moderate wind, fresh...)

19th July:

Back to Hamningberg with the Albers. We see a few porpoise (Schweinswal, Marsouin) near Skallneset and a family of Twite (Linotte à bec jaune) at Kramvik. A colour-ringed Temminck's Stint (Bécasseau de Temminck) (Left: white+ white, right: green+aluminium) under a bridge after Persfjord. In H., more gannets (Fou de Bassan), 1 Brünnich's Guillemot (Guillemot de Brünnich), 16 King Eiders (Eider à tête grise) (west beach) and 2 young foxes at midnight on the artillery hill. – Perfect weather so we stay there!

20th July:

1 Twite (Linotte à bec jaune) at the schoolhouse in the morning. We drive down a narrow track from Sandfjord to Syltevikmyra bog and lake but no uncommon birds there. Picnic at Finnvik with 3 King Eiders (Eider à tête grise), 1 eagle, 1 Rough-legged Buzzard (Buse pattue) that starts alarming because of what must have been a Gyrfalcon (Faucon gerfaut). Alas! We only see the bird for a split second. Another eagle at Persfjord. They ARE REALLY EVERYWHERE! The Albers leave towards Tana and I stay, waiting for my friend U.Eidam to arrive at Ekkeroy. First night in a bed since Batsfjord.....! (Fair, then thundery but no rain....)

21st July:

Shopping in Vadsö. 1 Arctic Hare (Schneehase/ Lièvre variable) on Vadsoya. The first 3 migrating Spotted redshanks (Chevalier arlequin). One obliging Long-tailed Skua (Labbe à longue queue) N Krampenes in valley on sea-level. Fem. Common Scoter (Macreuse noire) at Storskog with 7 chicks. 1 Bar-tailed Godwit (Barge rousse) up there. We have to move to another, much nicer house on the beach. Thanks, Tor! (Sunny, then overcast...)

22nd July:

Same weather, lazy day with a good read....

23rd July:

100 mile journey to the Tundra plateaus. Rough-legged Buzzards (Buse pattue) near Nesseby and Vestre-Jakobselv. We have a surprising Common redstart (Rougequeue à front blanc) in Tana Bru. The 2 juv. Gyrfalcons (Faucon gerfaut) are sitting on a large sand bank in the Tana river, visibly suffering from the heat. On the Fjell, we have 2 fem. Ptarmigan (Lagopède alpin), 1 with aprox.8 chicks. "My" Dotterel (Pluvier guignard) is still on his clutch and the Purple Sandpiper (Bécasseau violet) still at the usual spot. We also spot 3 Ruffs (Combattant varié)/Reeve, find a Pintail (Canard pilet) with chicks and another Long-tailed Skua (Labbe à longue queue). And the Snowy Owl (Harfang des neiges) is still only a few yards from one of its favourite perches....On our way home we see Red-throated Divers (Plongeon catmarin) with chicks near Gednje, 2 Scaup (Fuligule milouinan), and a Merlin (Faucon émerillon) near Harrelv/Tana on a pole. Last midnight sun of our stay over the Tana river. (Warm, sunny, 1 heavy shower/ afternoon....)

24th July:

Lazy day on the beach. Sunny and warm, the odd shower.....

25th July:

Rainy morning. Still 1 Fulmar (Fulmar boréal) at Krampenes , first Curlew sandpiper (Bécasseau cocorli) and Sanderlings (Bécasseau sanderling) on Ekkeroy.

26th July:

We decide to have another go at divers. We find 4 Scaup (Fuligule milouinan) at Skallelv, and 1 Eagle and 3 Velvet Scoter (Macreuse brune) by km 2,5, with 3 imm. White-billed Divers (Plongeon à bec blanc) and 5 Spotted redshank (Chevalier arlequin). Near Komagvaer, 2 more eagles, 30 Long-tailed Duck (Harelde boréale) and 1 more ad. + 1 imm. White-billed Diver (Plongeon à bec blanc)! A sixth one by the café where we can eat as much fresh Salmon as we want for a modest 50 nkr! 1 km east , there is imm. White-Billed Diver (Plongeon à bec blanc) no.7 !- At Indre Kiberg we explore the lake on the plateau. Rough-legged buzzard (Buse pattue), Long-tailed Skua (Labbe à longue queue), but no Snowy Owls.... And W of Kramvik, we spot imm. WBD no.8! E of Krampenes, both EAGLES are asleep on a twin high voltage pole; we can drive up to it at less than 100 yds.! And see 3 more Long-tailed Skuas (Labbe à longue queue) on sea level.
(Cool, cloudy, showers....)

27th July:

There they are: the first 8 migrating Purple Sandpipers (Bécasseau violet) on Ekkeroy! Because of the strong wind, we go sea-watching to Skallneset. And there is some reward: 1 Gannet (Fou de Bassan), 1 Brünnich's Guillemot (Guillemot de Brünnich), 5 Fulmars ...and, surprise, our first little Auk (Mergule nain)! (K.H.Heyne had 10 more the next day at Nesseby!) (Sunny, cool, windy...)

28th July:

3 more Purple Sandpipers (Bécasseau violet) at Salttjern, 5 Sanderlings (Bécasseau sanderling) and 18 Bar-tailed Godwits (Barge rousse) at Ekkeroy beach. (Sunny, thundery showers...)

29th July:

We drive to Ivalo to fetch my friend's wife at the airport. Between Karlebotn and Neiden we find a pair of Golden Eagles (Aigle royal) with a juvenile begging somewhere on the moun- tain. They are attacked by a Kestrel (Faucon crécerelle). I had already seen one Eagle here in 2000. One Rough-legged Buzzard (Buse pattue) here, another near Ferdesmyra, km8.5.
Coming back from Ivalo, a family of Common Scoter (Macreuse noire) at km 30, some 60 km SW of Utsjoki. 2 Short-eared Owls (Hibou des marais), one at Polmak (west bank), one at Seida. A Merlin (Faucon émerillon) at km 40 N of Tana Bru. Long-tailed Skua (Labbe à longue queue) at Gednjejavri. We arrive on the High Tundra fjell after 10 p.m. Sure enough, the Snowy Owl (Harfang des neiges) is still there.... And even our Dotterel (Pluvier guig- nard) is still on his nest. One chick 2 feet away, another with egg no.3 in the nest. This clutch must have been laid when the first chicks in S.Kraatz's study area had already hatched! 9 Reeve (Combattant varié) and 1 Ptarmigan (Lagopède alpin) in the same spot. We arrive on Ekkeroy at sunrise. The White-tailed Eagle (Pygargue à queue blanche) we had seen at Salttjern on the previous morning is still there. (Sunny, sometimes cloudy, very cool on the Fjell, ....) To celebrate we have a bottle of Champagne on the beach at 2 o'oclock in the morning after sunrise! Thanks, Francis!


30th July:

Just a few Sanderlings (Bécasseau sanderling) and Purple Sandpipers (Bécasseau violet). (Cool, foggy, then sunny...)

31st July:

Long drive along the Varanger coast. 2 Willow Grouse (Lagopède des saules) families near Skallneset colony, one with 2 small, the other with 10 big chicks! King Eider (Eider à tête grise) and probably Norway's northernmost Greenfinch (Verdier d'Europe) family at Skallelv. Still 1 imm. White-billed Diver (Plongeon à bec blanc) at Kramvik, as well as 2 Eagles. 2 more imm. White-billed divers (Plongeon à bec blanc) at Persfjord. 8 King Eiders (Eider à tête grise) and 2 Steller's Eiders (Eider de Steller) at Hamningberg west beach. Gannets (Fou de Bassan) and a few auks by the harbour. (Fog, sun, cool...)

1st Aug.:

Hot and calm. The perfect weather for a swim in the Barents Sea! 40 Sanderlings (Bécasseau sanderling) on Ekkeroy!

2nd Aug.:

I have to leave Norway, can't help it! See a Great Grey Shrike (Pie-grièche grise) on Petkula bog/FI. The road from Sodänkylä to Pello/FI has 50 kms of unsurfaced track. Beware if you are in a hurry! But lots of nice (empty) habitats! (Fair, windy, heavy rain at night...)

3rd Aug.:

Another Short-eared owl (Hibou des marais) by the river N of Övertornea /SWE. And a roadside Three-toed Woodpecker (Pic tridactyle) on a dead tree W of the same town. A Black-necked Diver flyby near lake E of Posjärv/SWE. First Honey Buzzard (Bondrée apivore) near Kalix, 2 or 3 Caspian Terns (Sterne caspienne) over the Baltic Sea 1 km from Trafikplats Västerbotten filling station. (Fair, 1 diluvian, thundery shower....)

4th Aug.:

Some Cranes (Grue cendrée) wake me to another beautiful day S of Storvik/Avesta/SWE. I leave Sweden in late afternoon. When shall I be back???

Other Lapland trip reports on
http://www.birdnet-cms.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=101&idart=200
and
http://www.birdnet.de/travel/travel-e07.htm

Systematic List

This list is not complete. I left out Robins (Rougegorge familier), Blackbirds (Merle noir) (which I know are very rare in the Varanger area....) and many others...

Red-throated Diver (Plongeon catmarin) Gavia stellata
Common on large and small lakes north of Vardö, Ekkeroy, the Fjell between Tana and Batsfjord. etc ...
Black-throated Diver (Plongeon arctique) Gavia arctica
Several pairs: from Hudiksvall to the Gednje - Batsfjord area.
White-billed Diver (Plongeon à bec blanc) Gavia adamsii
Unconfirmed sightings near N Ekkeroy and Nesseby. Up to 8 between Skallelv and Kramvik.
Great Northern Diver (Plongeon imbrin) Gavia immer
One ad. E of Ekkeroy, 1 imm. near Golnes harbour
Manx Shearwater – puffinus puffinus – (Puffin des Anglais)
A few, seen in Nesseby and Skallneset by U.Eidam and K.H.Heyne in late July/early Aug.
Gannet (Fou de Bassan) Sula bassana -
Some between Hamningberg and Vardö.
Cormorant (Grand Cormoran) Phalacrocorax carbo
Common.
Shag (Cormoran huppé) Phalacrocorax aristotelis
Only recorded on Varangerfjord, most near Vardö.
Whooper Swan (Cygne chanteur) Cygnus cygnus
1 seen at Store Mosse Kävsjön. 2 more pairs near Hudiksvall and Petkula.
Canada goose (Bernache du Canada)
Common at Store Mosse and in the north of central and Baltic Sweden.
Greylag Goose (Oie cendrée) Anser anser
Common in Hudiksvall. Some at Store Mosse.
Bean Goose (Oie des moissons) Anser fabalis f.
None!!!
Lesser White-fronted goose (Oie naine) Anser erythropus
16 in late June in Hudiksvall at their traditional moulting place.
Shelduck (Tadorne de Belon) Tadorna tadorna
Up to 30 at Nesseby.
Wigeon (Canard siffleur) Anas penelope
A family on Vadsöya.
Pintail (Canard pilet) Anas acuta
A fem. with chicks on Batsfjordfjell, km 13
Teal (Sarcelle d'hiver) Anas crecca
1-2 at several sites (Nesseby...)
Pochard (Fuligule milouin) Aythya ferina
Singles south of Polar Circle.
Tufted Duck (Fuligule morillon) Aythya fuligula
1-10 at widespread localities
Scaup (Fuligule milouinan) Aythya farina
Only near Gednje, up to 5, no chicks.
King Eider (Eider à tête grise) Somateria spectabilis
Adult male in eclipse plumage in Persfjord with 10 fem. + imm.males. Up to 15 on Hamningberg west beach. Single birds or small groups elsewhere (Ekkeroy, Krampenes...)
Eider (Eider à duvet) Somateria mollissima
Common on the coast. Large shoals between Hamningberg and Vardö.
Steller's Eider (Eider de Steller) Polysticta stelleri
Up to 20 at Nesseby church and river mouth. Single birds at Ekkeroy, Hamningberg....
Long-tailed Duck (Harelde boréale) Clangula hyemalis
Up to 10 between Batsfjord and Kongsfjordfjellet pass..., female with chicks near Gednje. Groups of up to 30 near Komagvaer or between Persfjord and Hamningberg.
Velvet Scoter (Macreuse brune) Melanitta fusca
Only in the Varangerfjord area: 3 near Skallelv.
Common Scoter (Macreuse noire) Melanitta nigra
Up to 100 in Varanger area, Skallelv and Indre Kiberg. Breeds on Storskog/Krampenes and S Utsjoki.
Goldeneye (Garrot à ½il d'or) Bucephala clangula
Fairly common and widespread..
Smew (Harle piette) Mergus albellus
14 on Toranki Lake/Kuusamo is the only record.
Red-breasted Merganser (Harle huppé) Mergus serrator
All records were north of the Arctic Circle, e.g. in the Varangerfjord area; up to 200.
Goosander (Harle bièvre) Mergus merganser
Main concentrations were in the Varangerfjord area and Tana valley
White-tailed Eagle (Pygargue à queue blanche) Haliaeetus albicilla
2nd commonest raptor in the north, at least 7 territories from Hamningberg to Salttjern; nest with 1 juv. near Vardö !
Golden Eagle (Aigle royal) (Aquila chrysaetos)
A pair with a juv. in the mountains between Neiden and Bugoynes on S side of the road.
Honey Buzzard Pernis apivorus (Bondrée)
Not recorded north of the Arctic Circle; twice in Sweden.
Black Kite (Milvus migrans) (Milan noir)
1 at Martinselkonen Brown Bear reserve/Juntusranta/FI
Rough-legged Buzzard (Buse pattue) Buteo lagopus
Very common this year; More than 40 birds recorded. Mainly along Varanger fjord.
Pallid Harrier (Busard pâle):
1 ad.male on 28th June, 50 km N of Kemijärvi (F.Desjardins).
Merlin (Faucon émerillon) Falco columbarius
Few roadside birds; Kevo Park/FI, Harrelv/Tana, Austertana.
Peregrine (Faucon pèlerin) - Falco peregrinus
None!
Gyr Falcon (Faucon gerfaut) Falco rustcolis
The Tana valley pair had bred at the usual site. No birds at Ekkeröy colony. 1 short glimpse at Finnvik/Hamningberg.

Willow Grouse (Lagopède des saules) Lagopus lagopus
Many pairs and large families from Petkula to Batsfjordfjellet and elsewhere.
Capercaillie (Grand Tétras) Tetrao urogallus
2 females with chicks at Pudasjärvi/FI and in Sompio Park.,
Crane (Grue cendrée) Grus grus
Up to 9 near Store Mosse and a few near Avesta. That is all!
Oystercatcher (Huîtrier pie) Haematopus ostralegus
Up to 30 in the Varangerfjord area and elsewhere on the coast.
Ringed Plover (Grand Gravelot) Charadrius hiaticula tundrae
Very common
Dotterel (Pluvier guignard) Charadrius morinellus
1 Male with chicks on Kaunispää/Ivalo. Up to 3 females, 1 breeding male + 1 with chicks in Gednje area (study areas, precise location withheld).
Golden Plover (Pluvier doré) Pluvialis apricaria
Common in bogs and heather from Petkula up N
Lapwing (Vanneau huppé) Vanellus vanellus
Only south of the Arctic Circle.
Temminck's Stint (Bécasseau de Temminck) Calidris Temminckii
Several localities : Vadsoya, Austertana-Batsfjord road, Hamningberg road, Tana valley...
Little Stint (Bécasseau minute) Calidris minuta
One pair on Vadsöya pond.
Dunlin (Bécasseau variable) Calidris alpina
Only a few in the Varangerfjord area. Breeds on fjell plateaus ( Skallelv, Hamningberg....) and Ekkeroya. About 100 at Nesseby in August.
Purple Sandpiper (Bécasseau violet) Calidris maritima
Up to 8 on Ekkeröy, 1 breeding bird in Gednje area. .
Curlew Sandpiper (Bécasseau cocorli) Calidris ferruginea
Broad-billed Sandpiper (Sumpfläufer) Limicola falcinellus
2 males at Petkula bog, display flights
Only one on Ekkeroy, late July.
Ruff (Combattant varié) Philomachus pugnax
Not very common north of the Arctic Circle; in the Varangerfjord area (22 on Vadsoya, a few on Ekkeroya and along Krampenes road, up to 9 in Gednje area....)
Woodcock (Bécasse des bois) Scolopax rusticola
None!
Bar-tailed Godwit (Barge rousse) Limosa lapponica
Only recorded in the Varanger area, with a max of 30 at Nesseby, Ekkeroya and Vadsö. Breeds near Krampenes/Storskog.
Whimbrel (Courlis corlieu) Numenius phaeopus
Small numbers seen at widespread localities, mainly fjell plateaus (Storskog...)
Curlew (Courlis cendré) Numenius arquata
Only at Petkula bog.
Spotted Redshank (Chevalier arlequin) Tringa erythropus
Only a few (3-5) on Varanger coast , late July.
Redshank (Chevalier gambette) Tringa totanus
Up to 20 in the Varangerfjord area
Wood Sandpiper (Chevalier sylvain) Tringa glareola
Breeds in bogs at many localities.
Common Sandpiper (Chevalier guignette) Actitis hypoleucos
1-2 at widespread localities, mainly rivers close to Arctic circle.
Turnstone (Tournepierre à collier) Arenaria interpres
Up to 4 in the Varangerfjord and Gednje area; Breeds on Ekkeöya, W Skallelv, Skallneset, Golnes, Hamningberg area, ....
Red-necked Phalarope (Phalarope à bec étroit) Phalaropus lobatus
Recorded only in the Varangerfjord area, where max of180 on a pool at Vadsoya, 5 on Ekkeroy E pond and N shore.
Arctic Skua (Labbe parasite) Stercorarius parasiticus
Common in the Gednje/Varangerfjord area. (Skallelv, Krampenes plateaus...)
Long-tailed Skua (Labbe à longue queue) Stercorarius longicaudus
Best places : Kongsfjord- and Batsfjordfjellet; near Krampenes on sea level; Food problems: there being no mountain lemmings.
Little Gull (Mouette pygmée) Larus minutus
Only near Boden/SWE.
Black-headed Gull (Mouette rieuse) Larus ridibundus
Recorded in suitable places like Nesseby.
Common Gull (Goéland cendré) Larus canus
Widespread and fairly common.
Herring Gull (Goéland argenté) Larus argentatus
Small numbers seen in widespread localities, with largest numbers in the Varangerfjord area.
Glaucous Gull (Goéland bourgmestre) Larus hyperboreus
Suspicious-looking birds in Batsfjord harbour, at Skallneset and at Nesseby river mouth. Very pale outer primaries, typical pink/black beak. But size and proportions not entirely correct. Maybe another Herring gull (Goéland argenté) hybrid
Great Black-backed Gull (Goéland marin) Larus marinus
Most recorded in the Varangerfjord area
Kittiwake (Mouette tridactyle) Rissa tridactyla
Large numbers in the Varangerfjord area. Big colonies on Ekkeroy and Hornöya.
Sabine's Gull (Mouette de Sabine) Larus sabini
2 had been seen at Nesseby with Kittiwakes (Mouette tridactyle) in early July. Search unsuccessful.
Common Tern (Sterne pierregarin) Sterna hirundo
Small numbers at widespread localities south of the Arctic Circle.
Arctic Tern (Sterne arctique) Sterna paradisaea
Mostly recorded north of the Arctic Circle, where common. Largest numbers recorded in the Varangerfjord area.
Guillemot (Guillemot de Troïl) Uria aalge
Common in the Varangerfjord area.
Brunnich's Guillemot (Guillemot de Brünnich)
Up to 8 at Hamningberg harbour. Colonies on Hornoya/Vardö and Syltefjordstauran.
Razorbill (Pingouin torda) Alca torda
Only in Vardö area, 1 in Hamningberg.
Black Guillemot (Guillemot à miroir) Cepphus grylle
Varangerfjord area, with most birds seen at Vardo, Hamningberg and Store Ekkeroya.
Puffin (Macareux moine) Fratercula arctica
Common at Vardo, a few off Hamningberg.
Little Auk (Mergule nain) Alle alle
One near Skallneset, about 10 off Nesseby in late July.
Wood Pigeon (Pigeon ramier) Columba palumbus
Common and widespread south of the Arctic Circle.
Cuckoo (Coucou gris) Cuculus canorus
not recorded in the extreme north.
Snowy Owl (Harfang des neiges) Nyctea scandiaca
One unconfirmed bird reported to be preying on Kittiwakes (Mouette tridactyle) at Ekkeröy. 2 males (ad.+ imm.) in Gednje area.
Short-eared Owl (Hibou des marais) Asio flammeus
3, only in Tana and Kalix valley.
Great Grey Owl (Chouette lapone) Strix nebulosa
A pair with 3 chicks near Boden.
Ural owl (Chouette de l'Oural) Strix uralensis
2 with 1 chick near Boden.
Hawk Owl (Chouette épervière) Surnia Ulula
Only 2, 19 and 29 km N of Tana Bru. Unconfirmed report from Domen hill/Vardö.
Three-toed Woodpecker (Pic tridactyle) Picoides tridactylus
1, W Övertornea.
Skylark (Alouette des champs) Alauda arvensis
Small numbers at scattered sites up to the Arctic Ocean (Hamningberg road/Persfjord!).
Shore lark (Alouette haussecol) - E.alpestris flava
Pairs with juv. on track W Krampenes (with juv.), others on Batsfjordfjell , etc.
Swift (Martinet noir) -Apus apus Mauersegler
Saw the first birds N of Arctic Circle near Petkula !
Meadow Pipit (Pipit farlouse) Anthus pratensis
Small numbers recorded in widespread localities, most in theVarangerfjord area.
Red-throated Pipit (Pipit à gorge rousse) Anthus cervinus
Much less common than last year.
Most recorded in the Varangerfjord area, best places : Ekkeroya + Vadsoya, Gednje, Batsfjord road.
Rock pipit (Pipit maritime) Anthus petrosus
Uncommon, on Ekkeröy in maritime habitats.
Yellow Wagtail (Bergeronnette printanière) Motocilla flava
1-3 at Nesseby and in Pine Forests/Finld.
White Wagtail (Bergeronnette grise) Motocilla alba
Common; recorded in many localities,
Waxwing (Jaseur boréal) Bombycilla garrulus
Less common than last year; only near Boden.
Bluethroat (Gorgebleue à miroir) Luscinia svecica
Less common than previously, Nesseby, Vestre Jakobselv, Salttjern, Krampenes....
Redstart (Rougequeue à front blanc) Phoenicurus phoenicurus
Only 1 at Tana Bru hotel.
Red-flanked Bluetail (Robin à flancs roux) tarsinger cyanurus
None.
Wheatear (Traquet motteux) Oenanthe oenanthe
1-4 at scattered sites , most in the Varangerfjord and Gednje area.
Fieldfare (Grive litorne) Turdus pilaris
The commonest turdus sp with almost daily sightings.
Song Thrush (Grive musicienne) Turdus philomelos
At woodland sites in the south
Redwing (Grive mauvis) Turdus iliacus
Slightly less common than Fieldfare (Grive litorne), though almost as widespread. Birch and willow shrubs. Beware of the locally extremely different songs; they imitate Scarlet Rosefinches (Roselin cramoisi) near Krampenes!
Sedge Warbler (Phragmite des joncs) Acrocephalus schoenobaenus
Several in Varanger area (Kramvik) !
Willow Warbler (Pouillot fitis) Phylloscopus trochilus
Recorded almost daily.
Arctic Warbler (Pouillot boréal) Phylloscopus borealis
5 reported from Sör-Varanger but none on North Coast..
Spotted Flycatcher (Gobemouche gris) Muscicapa striata
1-2 in a few widely scattered localities.
Pied Flycatcher (Gobemouche noir) Ficedula hypoleuca
None this year.
Siberian Tit (Mésange lapone) Parus cinctus
None.
Great Grey Shrike (Pie-grièche grise) Lanius excubitor
1 on Petkula bog.
Siberian Jay (Mésangeai imitateur) Perisoreus infaustus
Only 1 near Kevo Nat.Park , S Utsjoki.
Magpie (Pie bavarde) Pica pica
Recorded almost daily.
Jackdaw (Choucas des tours) Corvus mondeula
Only recorded S polar Circle, mostly on town park lawns.
Hooded Crow (Corneille mantelée) Corvus corone cornix
Recorded almost daily
Raven (Grand Corbeau) Corvus corax
Small numbers and a few nests seen in scattered localities, with rocky habitat (Ekkeroya..).
Starling (Étourneau sansonnet) Sturnis vulgaris
Only S Arctic circle
House Sparrow (Moineau domestique) Passer domesticus
1-3 in a few scattered localities, even in Varanger area
Chaffinch (Pinson des arbres) Fringilla coelebs
Common and widespread, though largely absent from the north and usually replaced by Bramblings (Pinson du Nord) in such areas.
Brambling (Pinson du Nord) Fringilla montifringilla
Small numbers noted in most northern wooded localities,
Greenfinch (Verdier d'Europe) Carduelis chloris
1-2 at a few localities, e.g Skallelv., Krampenes...
Siskin (Tarin des aulnes) Carduelis spinus
Noted mainly in woodland sites S arctic Circle

Twite (Linotte à bec jaune) -Carduelis flavirostris -
2 families at Batsfjord harbour and in Kramvik.
Redpoll (Sizerin flammé) Carduelis flammea
Small numbers at widespread sites, mainly birch woodland.
Arctic Redpoll (Sizerin blanchâtre) Carduelis hornemanni
3 second cal.y. birds at Storskog/Krampenes, in Salttjern and Indre Kiberg were our only sure records. Species not always easy to identify.
Parrot Crossbill (Bec-croisé perroquet) - Loxia pytyopsittacus
None.
Two-barred Crossbill (Bec-croisé bifascié) – Loxia leucoptera.
None!
Pine Grosbeak (Durbec des sapins) Pinicula enucleator
None!
Lapland Bunting (Bruant lapon) Calcarius lapponicus
Not very common this year; on tundra from Batsfjord to Skallelv and Ekkeröy..
Snow Bunting (Bruant des neiges) Plectrophenax nivalis
Recorded only on high ground or marine tundra in the Gednje/Varangerfjord area. None on Ekkeröy.
Yellowhammer (Bruant jaune) Emberiza citrinella
Recorded at widespread localities south of the Arctic Circle.
Reed Bunting (Bruant des roseaux) Emberiza schoeniclus
Noted at widely scattered localities.
Rustic Bunting (Bruant rustique) Emberiza rustica
Only 1 male near Boden (Klarträsk/ Ljusa).
Mammals :
Moose – Alces alces - Elan
Only 2 roadside females near Boden and Haparanda.
Roe deer – Capreolus capreolus - Chevreuil
Common at Store Mosse -
Reindeer – Rangifer tarandus - Renne
Everywhere from Sodankylä to Hamningberg
Red fox - Vulpes vulpes – Renard roux
Many between Tana Bru and Hamningberg
Arctic fox – Alopex Lagopus – Renard polaire
One was recorded IN Tana Bru by F.Desjardins. (Fur farm escape?
Brown Bear - Ursus arctos – Ours brun
At least 10 different bears at Martinselkonen Reserve.(Suomossalmi community)/F.
Badger – Meles meles - Blaireau
Many road victims in S and central Sweden.
Blue hare – Lepus timidus ( Lièvre variable) :
Few; most in Finland, 1 on Vadsöya.
Common Seal Phoca vitulina (Phoque commun, Veaumarin)
At least 1 on Varanger coast.
Grey Seal – Halichoerus grypus – Phoque gris
Several near Persfjord/ Hamningberg,
Vole/ Mouse/ Lemming sp. : (pt.Rongeurs sp.) less numerous than last year, but there must have been quite a few between Hamningberg and Neiden.
Hedgehog – Erinaceus europaeus - Hérisson
Some road victims in central and S Sweden.
Red Squirrel – Sciurus vulgaris - Ecureuil
Live and dead animals in Sweden and FI.
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# Posté le mercredi 15 février 2006 14:35

Modifié le mardi 10 juillet 2007 14:36

Lapplandfieber

Lapplandfieber
(Haliaeetus albicilla)



Eine ornithologische Low-Budget-Reise bis zur Barentssee

Reisetipps für große Begeisterung und kleinen Geldbeutel:
Vögel im hohen Norden Europas

Die nordische Vogelwelt bietet mehr als nur spektakuläre Seevogelkolonien und auch versteckt lebende Vögel in nordischen Wäldern und Tundren haben viele Fans unter den Vogelbeobachtern. Auffällige und faszinierende Vogelgestalten, die für den Mitteleuropäer eine weite Anreise erfordern, vielfach ohne Insidertipps auch nicht leicht zu finden und kaum anderswo zu beobachten sind, wirken geradezu als Magneten.

Ein erfahrener Nordlandfahrer fasst seine Erlebnisse zusammen und gibt damit eine kompakte Einführung in Beobachtungsmöglichkeiten um den Polarkreis in Fennoskandien.


Wer hat noch nie von Lappland geträumt, von Mitternachtssonne, Rentierherden, Gerfalken, Vogelfelsen, Elchen und Bären? Geträumt wohl viele, aber wer schafft es, so weit zu fahren, wenn Ebbe in der Kasse ist? Wohl gemerkt, hat man nur 2 Wochen Urlaub, sollte man lieber verzichten, es sei denn es langt für Flugtickets und Miete eines Wohnmobils. Hat man jedoch 3-4 Wochen Zeit, lohnt es sich, auch nur mit einem kleinen PKW hoch zu bummeln. Den Beifahrersitz kann man in der Regel entfernen und sich auf dem freigewordenen Platz eine Liege einrichten. Zelten geht natürlich auch, aber das Wetter kann so tückisch schnell umschlagen, dass man recht oft mit unliebsamen Überraschungen konfrontiert wird. Wenn man erst einmal in die Nähe des Polarkreises gekommen ist, sind die Nächte dann so hell, dass man eigentlich nur dann zu schlafen braucht, wenn man wirklich müde ist, ...oder wenn es regnet! Merke: in den Abends- und Nachtstunden sieht man die meisten Elche am Strassenrand! Apropos Regen: in der Arktis sind die Niederschläge meist geringer als in Südskandinavien, man sollte jedoch auf jeden Fall Lesestoff mitnehmen, um auch schon einmal eine kurze Schlechtwetterperiode zu überbrücken.

Es gibt natürlich auch in ganz Skandinavien mehr oder weniger komfortabel eingerichtete Hütten zu mieten, meist auf Campingplätzen, aber vor allem in Norwegen können diese auch recht teuer sein und kommen eher in Frage, wenn man die Miete durch 3 oder 4 teilen kann.
Und was tun, wenn man gerade die ersehnte Schneeeule gefunden hat, die Hütte aber 50 km weit entfernt ist und keine Wolke am Himmel?! Im Auto schlafen ist dann die einfachste Lösung. Oder neben dem Auto, aber da gibt es dann oft ein paar kleine Insekten... Damit man auch im Auto mit Frischluftzufuhr ruhen kann, sollte man ein Mückennetz für die Fenster mitnehmen. Gute Anti-Mückenpräparate kann man in fast allen grösseren Tankstellen kaufen.

Für eine 3-4wöchige Lapplandreise sollte man von Hamburg aus etwa 10.000 km einplanen. Das hört sich abschreckend an, aber in Skandinavien gibt es praktisch keine Staus und kaum Ampeln. Autofahren kann so wieder richtig Spass machen. Wenn man etwa über Helsingborg nach Schweden einreist, gibt es nahe der Autobahn nach Jönköping eine lohnenswerte Verschnaufpause. Bei Värnamo liegt der Nationalpark Store Mosse, bekannt für seine Elche, Kraniche, Singschwäne, Prachttaucher, Weihen und Goldregenpfeifer. Zu sehen von einem 4stöckigen "Vogelturm", gerade 2 Minuten von der Strasse. Weiter geht's Richtung Ostseeküste über Sundsvall bis Hudiksvall, wo auf einem See am Rande der Innenstadt im Juli ein Trupp Zwerggänse zur Mauser eintreffen. Solange sie fliegen können, äsen sie auf dem Fussballstadion, später dann im Stadtpark am See... wenn gerade keiner kommt! Anfang August sind sie immer noch da; man kann sie also auch auf der Rückfahrt "abhaken", wenn man zu den Glücklichen gehört, die bereits Anfang oder Mitte Juni losfahren können, wenn alle Kleinvögel noch singen... und die Mückenlarven noch nicht geschlüpft sind!

Kommt man in der Gegend von Lulea, Pitea, Boden und Jokkmokk (Muddus-Nationalpark) an, kann man versuchen, in den endlosen Wäldern Bart- oder Habichtskäuze zu finden, was aber ab Mitte Juni schwer wird. Jetzt muss man sich entscheiden. Fährt man auf dem direktesten Weg zum Varangerfjord (Rovaniemi, Ivalo, Tana Bru) oder leistet man sich Abstecher? Von denen gibt es genug: über Gällivare und Kiruna zum Abisko-Nationalpark, von Porjus aus zum Stora-Sjöfallet Park, zwei guten Gerfalken-Adressen mit Sperbereulen und Steinadlern. Oder (schon von Umea aus) nach Ammarnäs ins Vindelfjäll mit einem der letzten Eisfuchsvorkommen. Die ersten Kiefernkreuzschnäbel und Seidenschwänze fliegen über die Strasse; ein Merlin jagt eine glücklose Schafstelze. Eigentlich seltsam, diese Schafstelzen, die man auf Kiefernwipfeln sitzen sieht!

Und warum nicht erst mal ostwärts bis zur finnisch-russischen Grenze, wo man in der Gegend von Kuhmo und Suomossalmi Braunbären, sowie bei Kuusaamo und Ruka Blauschwänze, Haselhuhn, Unglückshäher, Zwerg- und Waldammern und viele andere Kleinvögel findet? Mit Zwischenstopp in Liminka und Oulu, wo Weidenammern und Terekwasserläufer noch brüten. Im Naturzentrum von Liminganlahti (westlich von Oulu)) kann man sich erkundigen, wo und wie man auf Eulen- oder Bärentour gehen kann. Der Erfolg ist quasi garantiert.
Fährt man dann weiter nach Norden, sollte man im Petkula-Sumpf (N Sodankylä, mit langem Bohlenweg und Vogelturm) schauen, ob die Sumpfläufer anwesend sind. Im Sompio-Park bei Vuotso (gute Waldpiste ostwärts) gibt es Überraschungen wie Bindenkreuzschnabel, Blauschwanz, und Auerwild. Einkaufsstopp in Ivalo: jetzt wird alles eingeholt, was in Norwegen eventuell das Doppelte kosten könnte. Und jetzt hat man spätestens verstanden, dass die billigste Lösung des Kartenproblems ein Statoil-Atlas für ganz Skandinavien (20 Euro) ist.

Nun geht es weiter über Inari am Kevo-Nationalpark vorbei nach Utsjoki, und durchs Tana-Tal bis Tana Bru. An allen grösseren Felswänden kann der Gerfalke auf der Suche nach Moorschneehühnern vorbeistreichen. Bevor man zum Varangerfjord aufbricht, sollte man zuerst noch über die hohe Tundra (350m üM) nach Batsfjord und Syltefjord fahren. Unweit der Passtrasse im Kongsfjord- und Batsfjordfjell brüten Mornellregenpfeifer, Meerstrandläufer, Falkenraubmöwen, Schnee- und Spornammern, Alpenschneehuhn, Rotkehlpieper und Ohrenlerche. Mit Glück trifft man auf eine Schneeeule, Tundrasaatgänse oder gar Elche, die von einem Birkenwaldmassiv ins andere über die strauchlose Tundra wechseln. Im Juli kann man meist in Turnschuhen über die Tundra laufen; wenn die Schneefelder aber noch nicht abgeschmolzen sind oder ein von Fern dünn anmutendes Rinnsal zu überqueren ist, sind (kurze) Gummistiefel unerlässlich.

Die Hafenstadt Batsfjord hat ein preiswertes Seemannshotel (Havli), Geschäfte und Berghänflingsfamilien, die gerne im Zivilisationsunkraut auf Brachflächen am Wasserrand herumfliegen. Eine 30 km lange aber gute Piste führt nach Syltefjord, wo man an einer (recht teuren) Bootsfahrt zur Seevogelkolonie Syltefjordstauran teilnehmen kann, es sei denn, man traut sich, die 11 km über endlose Geröllfelder zu Fuss zu machen. Belohnt wird man mit bis zu 15 gleichzeitig in der Luft kreisenden Seeadlern, die sich im Juli fast ausschliesslich von Dreizehenmöwenküken ernähren. Eisfuchs und Gerfalke sind leider seltener, Rauhfussbussarde in Mäusejahren häufig. Ich werde nie vergessen, wie ich um Mitternacht dort, an der nördlichsten Basstölpelkolonie der Welt, einen ausgewachsenen Buckelwal vorbeischwimmen sah!

Jetzt aber endlich zurück nach Tana Bru und ab zum Varangerfjord! Erste Station: die weisse Kirche von Nesseby, wo vor allem bei nebligem Wetter und Ostwind seltene Seevögel wie Wellenläufer, Schwalbenmöwen, Spatelraubmöwen, Skuas oder Krabbentaucher an der Spitze der Halbinsel vorbeifliegen können. Pfuhlschnepfentrupps fressen bei Niedrigwasser auf den Tangflächen, Prachteider- und Scheckenten sind regelmässige Gäste. Am Ortsrand fliegen 2 Sumpfohreulen in der Abendsonne. In Mortnensnes liegen in Strandnähe Jahrtausende alte Gedenk- und Wohnstätten der Samen; Vestre Jakobselv hat eine preiswerte Jugendherberge und Campingplatz. In Vadsö, einem hübschen Städtchen mit Bibliothek (Internet-Benutzung), Reinigung (!) und vielen Geschäften liegt ein Teil des Hafens auf einer Insel, über eine Brücke zu erreichen. Östlich des Hotels Leilas liegt ein Reservat mit einem Teich, auf dem ich schon 180 Odinshühnchen zählte, mit 3 Zwergstrandläufern als Bonus! Rotkehlpieper, Kampfläufer und Temminckstrandläufer brüten am Weg. Im Dörfchen Salttjern sitzen bis zu 70 Scheckenten bei Hochwasser am Ortsrand. Weiter östlich kommt man zur Halbinsel Ekkeröy. Dort brüten an die 20.000 Dreizehenmöwenpaare, die täglich von Ger- oder Wanderfalken, seltener von Seeadlern oder einer Schneeeule heimgesucht werden. Man braucht nur ein paar Stunden am Klippenrand zu sitzen, man sieht immer etwas Interessantes, mit Glück ein paar Dickschnabellummen auf dem Wasser. Auf den Tümpeln sitzen oft Odinshühnchen, an der Nordseite bei Hochwasser manchmal Prachteider- oder Scheckenten, sowie viele Limikolenarten, z.B. der seltene Zwergstrandläufer.

Eigentlich ist das ganze lange Tundraplateau von Vadsö bis Vardö ein Habitat für alle diese Greifvogelarten; man muss immer wieder anhalten und Ausschau halten. Auch Ohrenlerchen, Polarbirkenzeisige und Rotkehlpieper zeigen sich am Strassenrand; bei Krampenes sitzt oft ein Seeadlerpaar auf den Sandhügeln westlich des Ortes. In den Buchten von Ekkeroy habe ich alle vier Seetaucherarten beobachtet. Der Eistaucher ist im Juli anwesend; Gelbschnabeleistaucher regelmässig, aber oft schwierig zu finden.
Im Hafenbecken von Vardö sitzen oft Eisenten oder ein paar badende Dickschnabellummen. Wer die Ausgabe nicht scheut, sollte an einer Bootsfahrt (mit Anlandung) zur Insel Hornöya teilnehmen, wo letztere mit Papageitauchern, Tordalken und anderen Seevögeln brüten. Achtung! Am Wochenende kosten diese Ausflüge das Doppelte! Der Nordwesten der Insel Vardö (durch Tunnel erreichbar) hat Prachteiderenten (bei Hochwasser), Berghänflinge und Schneeammern.

Niemand sollte darauf verzichten, bis zum Ende der asphaltierten Strasse bei Hamningberg zu fahren. Bei jedem Wetter. Es gibt immer etwas zu sehen. Tausende von Eiderenten im Persfjord, Hunderte von Mittel- und Gänsesägern, Eis- Trauer- und Samtenten, Kegelrobben, viele Seetaucher, manchmal beide Eistaucher...Irrgäste, die Liste hört nicht auf. Sogar ein Trupp Belugawale wurde dort schon gesehen. Am Strand stehen Dutzende von Rentieren im Wasser, wo es keine Mücken gibt! In Hamningberg trifft man auch, wie auf Ekkeröy, oftmals andere Ornithologen, mit denen man die letzten Neuigkeiten austauschen kann. Auf der Rückfahrt kann man in der Gegend von Skallelv, Ytre Kiberg oder Komagvaer Stichstrassen nehmen, die zu Fischerhütten an den Bächen auf den Tundraplateaus führen. Dort nisten Pfuhlschnepfe, Regenbrachvogel, Goldregenpfeifer, Alpenstrandläufer, Steinwälzer, Spornammern, Blaukehlchen und Rotdrosseln. Vorsicht bei den Letzteren: alle paar Kilometer haben Rotdrosseln einen anderen Gesang; bei Krampenes imitieren sie Karmingimpel, (die es leider hier nicht gibt)! Wie viele Kilometer bin ich schon durch Birkengestrüpp gewatet um festzustellen, dass das tönende UFO wieder nur eine Rotdrossel war!

Bevor wir die Heimreise antreten, gibt es da noch ein Must: das Pasvik-Tal, das vom Dreiländereck von Norwegen, Finnland und Russland nach Kirkenes führt. Uralte Kiefernbestände verstecken Auer-, Moorschnee- und Haselhühner, Lapplandmeisen, Raubwürger, Unglückshäher, Hakengimpel und Dreizehenspechte. Grünschenkel, Dunkle und Bruchwasserläufer schimpfen lauthals von den Baumkronen. Achtung! Es könnte sein, dass da gerade einer der 15 Braunbären, die das Tal beherbergt, durch das Moor tapst. Die kleinen Seen an der Strasse werden nach Prachttauchern und Zwergsägern abgegrast. Mit Glück findet man eine Sperbereule, die auf den Telefonleitungen ihre Jungen atzt; ausserdem ist dies der einzige Brutplatz des Bartkauzes in Norwegen. Auch Elche gibt es hier einige, wenn die auch im Juli eher in den Birkenwäldern zu finden sind.

Erste Station auf der Heimfahrt ist der Friedhof an der Waldkirche von Neiden, eine traditionelle Singwarte des Wanderlaubsängers. Überall an den Felswänden zwischen Neiden und dem Fjord rütteln Rauhfussbussarde; aufgepasst: es könnte auch mal ein Steinadler oder Wanderfalke darunter sein! Wer noch Zeit hat, sollte einen Umweg über die Atlantikküste nehmen. Auf dem Ifordfjell, westlich der Tanamündung, findet man neben zahlreichen Falkenraubmöwen viele andere arktische Tundraarten. Noch weiter westlich, am Ufer des Porsangerfjordes bei Stabbursnes, sitzen oder fliegen oft mehrere Seeadler am Ufer entlang (habe in 1 Stunde 12 Stück gezählt,) und die Valdak-Marsch beherbergt Ende Mai die letzten Zwerggänse der norwegischen Arktis. Wer dann schon fahren kann, sollte hier auf dem Hinweg vorbeifahren, nicht ohne vorher in Alta die bis zu 6000 Jahre alten samischen Felszeichnungen bewundert zu haben. Man könnte nun weiter fahren über Narvik zu den Vesteralen, wo Pottwalsafaris angeboten werden. Nicht ganz billig, und der Seegang sollte auch nicht allzu stark sein, sonst wird eine solche Fahrt leicht zum Alptraum!

Eine Alternative wäre jetzt, wenn es noch vor dem 10.August ist, über Ivalo und Kemijärvi zurückzufahren nach Ostfinnland, um dort auf Bärenansitz zu gehen. Die Organisation www.finnature.com bietet nämlich für nur 150 Euro einen 24-Stunden-Rundschlag durch die endlosen Grenzwälder bei Suomossalmi an. Von 17h bis 8 h morgens sitzt man tief im Urwald in einer soliden Blockhütte und beobachtet Möwen und Braunbären, die sich über Fischabfälle hermachen. Unser Führer sagte, er habe 12 verschiedene gezählt; ich fand auf meinem Videoband mindestens 15! Der Dickste wog wohl etwas über 300 kg. Bis zu 8 Bären waren gleichzeitig anwesend, aber alles verlief leise und diskret, ohne Brummen und Balgereien! Im Preis inbegriffen sind Halbpension, Zimmer und evtl. eine weitere Waldexkursion, wenn man nach einer solchen Nacht nicht zu müde ist.... In der Gegend gibt es wohl so viele Auer- und Haselhühner wie Fasanen bei uns; nur sind die Mittagsstunden für solche Arten nicht ideal.

Nach diesem Erlebnis bleibt nur noch zu entscheiden, ob man durch Finnland und die Baltischen Staaten über Polen nach Hause fährt, die (teure) Fähre in Helsinki nimmt, oder wieder an der schwedischen Ostseeküste entlang heimfährt, um vielleicht noch den beginnenden Limikolenzug auf Öland zu beobachten. Auf jeden Fall weiss man eines: man hat so viele Sachen dieses Mal NICHT gesehen, dass man in 11 Monaten spätestens wieder zurückkommt!
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# Posté le mercredi 15 février 2006 12:57

Modifié le mardi 10 juillet 2007 12:42